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Telemedizin 16. September 2011

Neues Diagnostikum für PET-CT aus der Steiermark

Ein Diagnostikum zur Erkennung von Metastasen bei Prostatakrebs hat in Österreich und Deutschland die Zulassung erhalten. Die radioaktiv markierte Trägersubstanz wird von dem in Seiersberg bei Graz angesiedelten Unternehmen IASON vertrieben.

 

Es soll vor allem bei PET-CT-Untersuchungen für die Diagnostik und Nachsorge von Prostatakarzinomen herangezogen werden, hieß in einer Mitteilung der Unternehmensgruppe.

 

Bei dem PET-CT handelt es sich um ein Gerät, bei dem Positronen-Emissions-Tomograph und Computertomograph kombiniert sind. Durch Injektion einer radioaktiv markierten Substanz, die von bösartigem Tumorgewebe verstärkt aufgenommen wird, können Tumore und Metastasen nachgewiesen und bildlich dargestellt werden. Bei der neuen Substanz handelt es sich um ein mit positronen-emittierenden Isotopen markiertes Cholin-Analogon. "Karzinome bei Patienten können nun früher diagnostiziert werden, und in vielen Fällen kann eine unangenehme Biopsie entfallen", so Christoph Artner, Geschäftsführer der IASON GmbH.

 

"Durch die Anwendung der Cholin PET-CT-Diagnostik" ist es möglich geworden, bei bioptisch gesicherten Prostata-Carcinom-Patienten präoperativ eine wesentliche Zusatzinformation für den Urologen zur Verfügung zu stellen", so Werner Langsteger, Leiter des PET-CT-Zentrums bei den Barmherzigen Schwestern in Linz. Er setzt PET-CT seit 2004 zur Früherkennung von Prostatakrebs ein. Durch den Einsatz des neuen Tracers sieht Langsteger auch in der Follow-Up-Diagnostik von Prostatapatienten "eine zusätzliche Sicherheit in der Diagnostik und dem Therapieansprechen von Knochenmetastasen".

 

In Spanien ist die Substanz seit 2010 für den PET-CT-Einsatz zugelassen. In das österreichische System der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) bzw. der Krankenkassen wurde die Leistung allerdings noch nicht übernommen. "IASON ist bemüht, diesbezüglich beim Hauptverband der Kassen einen Verhandlungstermin zu bekommen", hieß es.

 

Die Unternehmensgruppe IASON mit Sitz in Graz-Seiersberg und weiteren Standorten in Linz, Klagenfurt, Rom und Zagreb stellt radioaktive Arzneimittel her und liefert Spezial-Laborprodukte für die Bereiche Nuklearmedizin und Labormedizin. Aktuell forciert das Unternehmen klinische Studien mit neuen radioaktiven PET-Arzneimitteln beim Brustkarzinom, bis zum Jahresende will man ein neues Produkt zur Diagnostik von Hirntumoren erreichen.

apa.at

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