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Radiologie 29. Jänner 2008

Schwache Strahlen

Die Röntgenschwachbestrahlung bei degenerativen und entzündlichen Erkrankungen fristet nur mehr ein Schattendasein. Dabei bringt die althergebrachte Therapieform sehr gute Ergebnisse.

Chronische Schmerzen aufgrund entzündlicher Gelenks- oder Bindegewebserkrankungen sprechen gut auf eine niedrigdosierte Radiotherapie an. Dabei werden zwei Serien Strahlendosen von 0,3 bis 0,5 Gy in sechs Sitzungen binnen zwei Wochen lokal angewendet. Die Strahlendosisverteilung geht auf die Untersuchungen von Pannewitz aus dem Jahr 1933 zurück. Die Behandlung wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Bei Arthrose wird eine Erfolgsrate von 60 bis 90 Prozent im Sinn einer Schmerzreduzierung angegeben.

Rettungsversuche

„Das ist eine uralte Geschichte, die in Verruf geraten ist“, erzählt Dr. Irene Wedrich, Oberärztin am Institut für Radioonkologie im Wiener Wilhelminenspital, wo die Röntgenschwachbestrahlung noch mit einem alten Gerät durchgeführt wird. Etwa 40 Patienten werden dort pro Jahr bestrahlt, vornehmlich Personen über 40 Jahre. Eine kausale Therapie ist sie nicht. Die Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) bemüht sich um die Weiterentwicklung der niedrigdosierten Strahlenbehandlung bei benignen Erkrankungen. Die kostengünstige, einfach durchzuführende und mit geringen Belastungen verbundende Röntgenschwachbestrahlung solle weiterhin erhalten bleiben.
Mittlerweile entdeckt die Sportmedizin die Therapieform, weil, so Wedrich, „auch Cortison und NSAR sind auf Dauer nicht das Gesündeste“. Und im März wird die Behandlungsform bei einem Symposium in Essen thematisiert werden.

Inge Smolek, Ärzte Woche 5/2008

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