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Radiologie 24. April 2007

Datenbanken für Forschung und Praxis

Wissenschaftliche Datenbanken, die über das Web abgefragt werden können, ermöglichen es, rasch umfassende Informationen zu erhalten. Neben der großen Literaturdatenbank MEDLINE gibt es im Internet noch zahlreiche weitere elektronische Archive – zum Beispiel zu den Themen Toxikologie, klinische Studien oder evidenzbasierte Medizin.

MEDLINE bzw. PubMed kennt wahrscheinlich jeder Mediziner, der schon einmal im Web nach wissenschaftlichen Informationen recherchiert hat. Mit Hilfe der weltgrößten bibliographischen Medizin-Datenbank, die von der National Library of Medicine (NLM) und den National Institutes of Health (NIH) der USA kostenlos zur Verfügung gestellt wird, kann der Überblick über aktuelle medizinische Publikationen bewahrt oder auch nach älteren Arbeiten gesucht werden. PubMed enthält mehr als 17 Millionen Literaturangaben zu Artikeln, die seit 1950 erschienen sind. Ein empfehlenswerter Web-Zugang ist die von der NLM selbst betriebene englischsprachige Web­oberfläche www.pubmed.gov. Die verschiedenen Möglichkeiten, nach bestimmten Themen, Autoren oder Journalen zu suchen, werden auf dieser Internet-Seite in Form von „Tutorials“ mit gesprochenen Texten kurz und bündig erläutert. Ein guter deutschsprachiger Zugang zu MEDLINE ist etwa www.medpilot.de. Über diese Meta-Suchoberfläche können neben MEDLINE noch rund 40 weitere Datenbanken abgefragt werden, darunter auch Verlags-Datenbanken sowie Bestandkataloge. Die via Medpilot zugänglichen elektronischen Archive sind teils gebührenpflichtig.

Toxikologie und aktuelle Infos zu klinischen Studien

Neben MEDLINE verwaltet die NLM auch noch etliche andere elektronische Archive, die für Forschung und Praxis von Bedeutung sein können. Ein solcher Service ist das TOXicology Information NETwork (TOXNET), das unter http://toxnet.nlm.nih.gov insgesamt 14 relevante pharmazeutische und toxikologische Datenbanken verfügbar macht. Ein weiterer Bereich, zu dem aus dem Web kostenlos umfassende Informationen abgefragt werden können, sind aktuelle Daten zu klinischen Studien. Zum Bespiel http://clinicaltrials-dev.ifpma.org ist ein umfassendes Portal, mit dem die Clinical-study-results- und Clinical-trials-Datenbanken der USA sowie weitere elektronische Archive aus diesem Bereich abgefragt werden können. www.controlled-trials.com besteht bereits seit 1998 und zählt ebenfalls zu den weltweit umfangreichsten kostenfreien Quellen mit Studien-Informationen. Große Datenangebote zu diesem Thema können auch über die Site der Europäischen Arzneimittelagentur, www.emea.eu, sowie über www.tripdatabase.com, die Meta-Suchoberfläche, abgefragt werden.

Die Cochrane-Datenbanken

Das große Spektrum an wissenschaftlichen Datenbanken, die prinzipiell über das World Wide Web zugänglich sind, kann hier nur im Überblick dargestellt werden. Dafür sollen abschließend noch die Cochrane-Datenbanken herausgegriffen werden, deren Inhalte vor allem auch für Praktiker von Interesse sein können. In der Cochrane Database of Systematic Reviews (CDSR) sind mehr als 5.000 systematische Übersichtsarbeiten aus der Medizin und deren Randgebieten enthalten, die alle zu einer therapeutischen Fragestellung relevanten Studien zusammenfassen sollen. Weitere Cochrane-Datenbanken sind das Central Register of Controlled Trials und die Database of Methodology Reviews, in der die Arbeitsgrundlagen für Autoren von Überblicksarbeiten enthalten sind. Die drei genannten elektronischen Archive sind nicht gebührenfrei verfügbar. Ein möglicher Webzugang zu diesen elektronischen Archiven ist die „Datenbankrecherche“ bei www.dimdi.de. Einen Zugang zu CDSR sowie zur Cochrane Database of Abstracts of Reviews of Effectiveness (DARE) gibt es auch bei www.medpilot.de. Nicht zuletzt kann die Cochrane Database of Systematic Reviews auch über die Website der Gesellschaft der Ärzte in Wien, www.billrothhaus.at, abgefragt werden. Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft, die rund 51 Euro pro Jahr kostet und für Ärzte in Ausbildung rund 22 Euro.

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Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche 17/2007

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