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Radiologie 18. April 2007

Wissen erfragen und elektronisch lernen

Laut einer deutschen Erhebung recherchiert rund die Hälfte der Mediziner zu­mindest einmal pro Woche im Internet. Spezielle Websites, wie etwa Ärzteportale oder Medizin-Suchmaschinen, sollen dieser Nachfrage gerecht werden. Hilfreich für Ärzte sind aber auch noch andere Möglichkeiten, die das Netz bietet. So gibt es auf den meist nur mit Login zugänglichen Pages Literaturfortbildungen, deren erfolgreiche Teilnahme mit DFP-Punkten belohnt wird, Leitlinien-Datenbanken und Informationen über Evidence Based Medicine.

Ein hoher Anteil von Ärzten nutzt das Web als Quelle für aktuelle Informationen. Das zeigt die Studie „Monitoring E-Health Deutschland 2007“ der Wegweiser GmbH Berlin, laut der rund 50 Prozent der niedergelassenen Mediziner mindestens einmal wöchentlich im Web recherchieren. Ein weiteres Drittel setzt das Internet mindestens einmal im Monat für diesen Zweck ein. Für Österreich liegen keine vergleichbaren Daten vor, doch ist davon auszugehen, dass das Internet als Informationsquelle ebenfalls eine zunehmend wichtigere Rolle spielt.

„Web-Zugangstore“ für Ärzte

Der spezifische Informations­bedarf von Medizinern soll unter anderem durch „Ärzteportale“ abgedeckt werden. Solche speziellen „Webzugangstore“ umfassen unter anderem häufig:
• die Möglichkeit, fachspezifische Informationen von Allergologie bis Zahnmedizin auszuwählen,
• Artikel aus Fachmagazinen,
• Datenbanken mit Terminen, speziell solchen von Kongressen
• und nicht zuletzt Tipps von Ärzten für Ärzte, besonders „Expertenrat“ durch Fachspezialisten.

Einzelne Ärzteportale

Die folgenden Ärzteportale stehen exemplarisch für das große Angebotsspektrum: www.medizin-online.de ist der gemeinsame Online-Dienst der wissenschaftlichen Springer-Fachverlagsgruppe, der einen kostenfreien und einen kostenpflichtigen Bereich umfasst. In Letzterem sind Recherchen innerhalb der Volltexte aller in den Springer-Fachverlagen erscheinenden deutschsprachigen Zeitschriften möglich. Unter www.springerlink.com kann das internationale Info-Angebot der Springer-Fachverlage durchsucht werden. Zwei empfehlenswerte englischsprachige Gratis-Portale sind etwa http://medlineplus.gov/ sowie www.medscape.com.

Leitlinien und Evidence Based Medicine

Neben umfassenden Ärzteportalen gibt es ein sehr großes Spektrum an Webpages, die auf bestimmte einzelne Themen spezialisiert sind. Exemplarisch kann hier etwa www.awmf-online.de genannt werden, eine Website, auf der über 150 deutsche Fachgesellschaften eine Leitlinien-Datenbank zur Verfügung stellen. www.icd-code.de ist eine userfreundliche Suchoberfläche für die „International Classification of Diseases“. Mehrere spezialisierte Medizin-Suchmaschinen sind auf der Website der Schweizer Stiftung Health On the Net (HON) Foun­dation, www.hon.ch, zu finden, die auch das HON-Gütesiegel für Gesundheitspages vergibt.

Viel genützte Online-Weiterbildung

Eine zunehmend wichtigere Rolle spielt laut der Studie „Monitoring E-Health Deutschland 2007“ auch die Online-Weiterbildung. Rund ein Drittel der deutschen Mediziner setzt das Web mindestens einmal pro Monat zu Zwecken der Fortbildung ein, weitere zehn Prozent sogar mindestens einmal pro Woche. Als Webangebot zum Thema E-Learing kann exemplarisch etwa www.medizinerwissen.de genannt werden, eine Plattform, die im Rahmen des Wissensnetzwerkes www.evidence.de der deutschen Universität Witten/Herdecke erstellt wurde. Hier können in 18 durch die Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifizierten Kursen, die pro Einheit neun Euro kosten, CME-Punkte gesammelt werden. Laut den Betreibern der Website können diese auch für das österreichische DFP-Diplom anerkannt werden.

Über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden

In Österreich sind unter www.arztakademie.at/ die Bildungsangebote der Österreichischen Ärztekammer abrufbar, und zwar sowohl Online-Fortbildungsprogramme als auch Spezialdiplome und Zertifikate der ÖÄK, Informationen über Arztprüfungen für Allgemeinmedizin und für Fachärzte. Die Partner der Arztakademie sind wissenschaftliche Gesellschaften, DFP-Fortbildungsanbieter, die ärztliche Fachpresse und Wirtschaftsunternehmen. Unter www.billrothhaus.at, der Website der „Gesellschaft der Ärzte in Wien“, sind ebenfalls Online-Kurse abrufbar, mit denen Punkte für das Diplom-Fortbildungsprogramm der Österreichischen Ärztekammer (DFP-Punkte) erworben werden können. Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft bei der „Gesellschaft der Ärzte“, die rund 51 Euro pro Jahr kostet und für Ärzte in Ausbildung rund 22 Euro. E-Learning kann den persönlichen Austausch mit Kollegen oder Vortragenden nicht ersetzen, stellt aber sicher eine zeitsparende Möglichkeit dar, sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

 

Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche 16/2007

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