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Radiologie 13. Februar 2007

„Superstars“ der Radiologie in Wien zu Gast

Heuer hat erstmals ein Österreicher die Präsidentschaft des renommierten European Congress of Radiology (ECR) inne. Der Thoraxradiologie wurde im Programm viel Platz eingeräumt.

Prof. Dr. Christian Herold, Leiter der Klin. Abt. für Radiodiagnostik der Konservativen Fächer, AKH Wien, steht 2007 an der Spitze der Organisatoren dieser seit gut 15 Jahren in Wien stattfindenden Mega-Tagung mit rund 16.000 Teilnehmern. „Es ist natürlich eine große Aufgabe, das Programm für ein so bedeutendes Meeting gestalten zu können“, sagte Herold im Gespräch mit FOKUS RADIOLOGIE. „Insgesamt war es mir ein Anliegen, so viele Österreicher wie nur möglich an prominenter Stelle unterzubringen.“ Dieses Vorhaben war von Erfolg gekrönt. „Wir konnten hochqualifizierte Landsleute unter anderem als Sprecher im Educational-Program, als wissenschaftliche Sprecher oder als Moderatoren platzieren“, freut sich der ECR-Präsident.

Was ist beim ECR 2007 an wissenschaftlichen Innovationen und edukativen Schwerpunkten zur Thoraxradiologie zu erwarten?
Herold: Die Thoraxradiologie ist an vielen Stellen im Programm vertreten. Zum einen möchte ich eine Honorary Lecture erwähnen, für die wir Prof. Dr. Martine Rémy-Jardin, eine der prominentesten Vertreterinnen der internationalen Thoraxradiologie, gewinnen konnten. Sie wird über die Notwendigkeit referieren, die thorakale Bildgebung in Richtung einer kardiothorakalen Radiologie weiterzuentwickeln. Pulmonale und kardiale Vorgänge lassen sich schließlich nicht isoliert betrachten, jede chronische pulmonale Erkrankung geht auch mit kardialen Störungen einher und umgekehrt. Zwar sind diese Zusammenhänge bekannt, sie müssen jedoch noch ins Bewusstsein der Radiologen gelangen. In den Special-Focus-Sessions werden aktuelle Themen, wie die Dosisfrage beim thorakalen CT, beleuchtet. So wird der weltweit anerkannte Experte Prof. Nestor Müller aus Vancouver die Frage aufwerfen, ob die Strahlendosis einer CT soweit reduziert werden kann, dass sie unter jener eines konventionellen Lungenröntgens liegt. Die Categorical-Courses widmen sich aktuellen Fragestellungen zur Multidetektor-CT. Gerade die Beurteilung der fokalen Lungenrundherde – ein für uns alle in der Praxis sehr wesentliches und oft schwieriges Gebiet – wird hier Beachtung finden. Außerdem wird es eine Zusammenfassung des aktuellen Wissens zum Thema Krebs-Screening geben.

Befasst sich der ECR auch mit radiologischen Basisthemen?
Herold: Wir bieten einige Refresherkurse zu klassischen radiologischen Themen, wie Lungenröntgen oder Bildgebung von Pleura- und Thoraxwand, an. Diese Brot- und Butterthemen der Radiologie laufen inzwischen Gefahr, durch die Etablierung der moderneren Modalitäten etwas in Vergessenheit zu geraten. Eine interessante State-of-the-Art Session hat die Lungenembolie zum Thema. Erstklassige internationale Referenten nehmen zur Diagnostik der akuten Pulmonalembolie Stellung. „Frequently asked Questions“ sollen hier von Klinikern und Radiologen beantwortet werden. Auch der chronischen Lungenembolie, bislang eine Domäne des multimodalen Imaging, ist ein Teil gewidmet. Im Rahmen des wissenschaftlichen Teils werden die radiologischen Aspekte obstruktiver Lungenerkrankungen behandelt. Die Radiodiagnostik wird ja zunehmend für Diagnose und Verlaufsbeurteilung der COPD herangezogen, Bildgebungselemente dienen als Biomarker.

Was würden Sie sich als ECR-Präsident für den Kongress noch wünschen?
Herold: Viele Referenten dieses Jahres sind internationale „Superstars“ der Radiologie. Deshalb wünsch ich mir, dass der ECR 2007 viele Kollegen anlocken wird. Und wir sollten uns darum bemühen, diesen Kongress auch weiterhin in unserem Land zu halten.

Dr. Ronny Teutscher, Ärzte Woche 33/2004

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