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Radiologie 7. Dezember 2006

Wissenschaft mit Kick in Eisenstadt

Vom 21. bis 23. September 2006 war Eisenstadt fest in der Hand der Radiologen. Dort fand der Österreichische Röntgenkongress statt und gleichzeitig in Sopron der Ungarische Röntgenkongress. Die Bilanz fällt sehr gut aus.

Doz. Dr. Roland Dorffner (Präsident) hat gemeinsam mit Dr. Christian Neumann (Sekretär) den Österreichischen Röntgenkongress 2006 organisiert und die Zusammenarbeit mit den ungarischen Kollegen geplant. Beide sind auf der Röntgenabteilung im KH der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt tätig. Im Gespräch mit FOKUS RADIOLOGIE zieht Dorffner ein klares Resümee: „Ja! Es war erfolgreich. Wir hatten 490 österreichische Teilnehmer und das ist doch deutlich mehr als wir erwartet haben. Allerdings sind da sowohl Teilnehmer gezählt, die den gesamten Kongress besuchten als auch Tagesgäste. Die Industrie war auch mit 110 Leuten vertreten, also eine sehr erfreuliche Auslastung.“
Am Freitag Vormittag war die Ungarische Röntgengesellschaft mit der Sitzung „Lebererkrankungen“ in Eisenstadt zu Gast, zugleich leiteten österreichische Radiologen eine muskuloskelettale Sitzung in Sopron. „Der gesamte Freitag stand unter dem Zeichen Österreich-Ungarn“, blickt Dorffner zurück. „An diesem Tag waren 450 Ungarn zu Gast. Wir haben mit einer starken ungarischen Delegation gerechnet, und die sind auch sozusagen Busweise eingetroffen.“

 österreichisches Radiologen-Fussball-Team
Konkurrenz für das österreichische Nationalteam? – 20 Radiologen und 2 Radiologinnen (plus 1 Coach) verteidigten die heimische Fußballehre.

 ungarisches Radiologen-Fussball-Team
Das Team der ungarischen Radiologen hat in Summe zwar weniger Gesamt-Lebensjahre gezählt, was die österreichischen Gegner aber mit kluger Taktik wettmachen konnten.

Wie waren die Reaktionen auf das wissenschaftliche Programm?
Dorffner: Unser Programmschwerpunkt Mammascreening wurde nicht nur als Schwerpunkt voll akzeptiert. Es gab in diesen Sitzungen interessanterweise auch die hitzigsten Diskussionen, die sogar bis in die Fachgruppen-Sitzungen durchschlugen.
Besonders gut angekommen sind sowohl bei Ärzten in Ausbildung als auch durchaus bei Fachärzten die Überblickskurse Neuroradiologie und Kopf-Hals-Radiologie sowie Interventionelle Radiologie. Diese Kurse waren überdurchschnittlich gut besucht, hauptsächlich von jungen Ärzten, die kurz vor der Facharztprüfung stehen.

Haben Sie Evaluierungsbögen ausgegeben?
Dorffner: Nein, das haben wir nicht gemacht. Da wir diesen Kongress nicht noch einmal veranstalten, wäre die Relation zwischen Aufwand und Wirkung ziemlich sinnlos. Wir haben um Rückmeldungen per Email gebeten und da haben wir einige wenige erhalten. Die waren durchwegs positiv, und das sehen wir als schönes Kompliment. Die Schwelle zur Rückmeldung ist ja deutlich niedriger, wenn man sich beschweren möchte. Daher zählen keine oder sogar gute Reaktionen durchaus als Lob, auch wenn einige wenige nicht als repräsentativ gelten.

Auch die Organisation im Detail hat nach meinem Eindruck sehr gut geklappt ...
Dorffner: Wir haben mit einer Kongressfirma zusammen gearbeitet, und das hat sehr gut geklappt. Auch unsere Vortragenden sind erschienen, was nicht immer selbstverständlich ist. Abgesehen vom Kongressbüro war das Organisationskomitee eigentlich ein Zwei-Mann-Betrieb. Dr. Christian Neumann war mir auch bei diesem Projekt eine große Hilfe und hatte als Sekretär sehr viel Eigenverantwortung.

Sie sind zufrieden und machen es trotzdem nie wieder?
Dorffner: Von der Österreichischen Röntgengesellschaft ist ja geplant, den Kongress im Zwei-Jahres-Rhythmus abzuhalten und durch Österreich zu wandern, also alle Bundesländer zu besuchen. Wenn das so durchgezogen wird, kommen wir in 18 Jahren ohnehin wieder dran.

Neben Wissenschaft und fachlicher Fortbildung tagsüber haben die Radiologen diesmal auch sportlichen Ehrgeiz gezeigt: am Freitag Abend mit dem Fußballmatch Österreich – Ungarn. Wie ist es ausgegangen?
Dorffner: Nach einem sehr fairen und doch spannenden Spiel 0:0. Endlich hat Österreich einmal nicht verloren! Wir haben aber, erstens weil wir Gastgeber waren – und eigentlich Heimvorteil haben sollten – und zweitens, weil der 12. Mann der Ungarn, das Publikum, akustisch überzeugender, enthusiastischer war, den Pokal an unsere Gäste vergeben. Wir hatten keine Zeit für ein Nachspiel oder Elf-Meter-Schießen, da der Festabend in der Orangerie gleich der nächste Fixtermin war. Und auch der wurde vom österreichisch-ungarischen Publikum begeistert angenommen. Davon gibt´s sogar Fotos im Internet: unter www.roentgen2006.at zu besichtigen.



Spannend bis zum Abpfiff

Das erste Radiologen-Ländermatch Österreich–Ungarn bot Gaberl, Schauferl etc., aber kein Tor.

Freitag abend war Highlife am Fußballplatz des FC Eisenstadt. Nicht nur zwei zahlenmäßig gut aufgestellte Teams eiferten um den Sieg, auch auf den Tribünen fieberten zwei starke Lager lautstark mit ihren Ballesterern. Das Ergebnis von 0:0 darf nicht darüber hinweg täuschen, dass es mehrfach brenzlige Situationen vor beiden Toren gab.
Kapitän Prof. Dr. Christian Herold (Co-Kapitän Dr. Roland Dorffner, Coach: Prof. Dr.Dr. Dipl.Ing. Mag. Josef Kramer) analysiert: „Das Ergebnis schmeichelt beiden Mannschaften. Unsere Taktik mit häufigem Spielertausch hat sich bezahlt gemacht. Die eigentliche Wunderwaffe der Österreich-Auswahl waren aber die beiden Kolleginnen. Und das fanatische Publikum hätte jedem Bundesligaverein große Ehre gemacht.“

 Austria-Radiologen-Kapitän Prof. Dr. Christian Herold
Austria-Radiologen-Kapitän Prof. Dr. Christian Herold

Dr. Ulrike Roscher, Ärzte Woche 13/2002

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