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Radiologie 1. Dezember 2007

Einsatz bildgebender Verfahren bei der Diagnostik der Osteoporose Interpretation der Röntgenbilder u

Entsprechend der kürzlich veröffentlichten "BoneEVA-Studie" sind in Deutschland 7,8 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen, worunter sich 6,5 Millionen Frauen befinden. Davon erhalten nur 21,7 % eine medikamentöse Therapie, wobei lediglich 10 % auf Bisphosphonate und 17 % auf Calcium und Vitamin D entfallen. Andererseits werden 90 % der Patienten aufgrund ihrer durch Osteoporose bedingten Schmerzen mit Analgetika versorgt. Im Jahre 2003 beliefen sich die Kosten zur Behandlung osteoporose-bedingter Knochenbrüche auf 5,4 Mrd. €. Eine von drei postmenopausalen Frauen und einer von fünf Männern über 50 Jahre werden im Verlauf ihres restlichen Lebens eine osteoporose-assoziierte Fraktur erleiden, wenn keine rechtzeitigen therapeutischen Maßnahmen getroffen werden. Entsprechend den Leitlinien deutschsprachiger, wissenschaftlicher Fachgesellschaften zur Diagnostik und Therapie der Osteoporose (DVO) kommt den so genannten DXA-Verfahren ("Dual-Energy-X-ray-Absorptiometry") zusammen mit anderen klinischen Risikofaktoren (bestehende, gering-traumatische Fraktur, Nikotinabusus, geringes Körpergewicht [BMI < 20 kg/m2], Immobilisation, Schenkelhalsfraktur bei einem Elternteil und mehr als zwei Stürze innerhalb des letzten halben Jahres) die höchste Wertigkeit in der Diagnostik der Osteoporose zu. Deshalb erläutert der vorliegende Beitrag anhand typischer Fälle aus der täglichen Praxis Fehler bei der Interpretation von DXA-Messungen und damit auch Fehler in der Diagnosestellung der Osteoporose. Weiterhin klärt die vorliegende Arbeit die Bedeutung klassischer Röntgenaufnahmen, die nach wie vor bei der Identifikation von Frakturen eine Schlüsselstellung einnehmen. Im Vergleich zu Röntgenaufnahmen kommen die Computertomografie (CT) oder die Kernspintomografie (MRI) vor allem zur differentialdiagnostischen Abklärung von malignen Grunderkrankungen oder Knochenmetastasen zum Einsatz. Letzten Endes ist die alleinige Höhenminderung einzelner oder benachbarter Wirbelkörper ohne Beteiligung der Grund- und/oder Deckplatte in aller Regel noch kein beweisender Hinweis auf eine osteoporose-bedingte Wirbelkörperfraktur. Deshalb ist die alleinige Ausmessung von Wirbelkörperhöhen zur Erstdiagnose von Frakturen ungeeignet und bedarf der zusätzlichen Begutachtung durch einen erfahrenen Diagnostiker um degenerative Veränderungen oder Normvarianten von Frakturen abzugrenzen.

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