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Radiologie 6. Dezember 2005

Befunde und Bilder am elektronischen Weg

Das Pilotprojekt „tera.archiv – externe Mandanten“ des Wiener Krankenanstalten-Verbundes und der D.A.T.A. Corporation schafft eine Verbindung von intra- und extramuralem Bereich. Dabei können von niedergelassenen Fachärzten Befunde und Bilder mit den Wiener Gemeindespitälern ausgetauscht werden.

Die Vernetzung der am Gesundungsprozess des Patienten beteiligten Gesundheitseinrichtungen ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Zur Unterstützung dieser Prozesse hat die Generaldirektion des Wiener Krankenanstalten-Verbunds (KAV) im Oktober 2004 das Pilotprojekt „tera.archiv – externe Mandanten“ in Auftrag gegeben, welches die elektronische Kommunikation zwischen dem extramuralen Bereich und dem KAV am Beispiel der kombinierten Übertragung von Bilddaten und Befunden zum Ziel hatte. Mit Abschluss des Projektes Mitte September 2005 können nunmehr auf Wunsch des Patienten Befunde und Bilder, die im Diagnosezentrum Urania erstellt wurden, elektronisch an den KAV übermittelt werden, wo sie in der elektronischen Akte des Patienten abgelegt werden. Die im Zuge des Pilotprojekts „tera.archiv – externe Mandanten“ realisierte technische Lösung ist so konzipiert, dass eine Ausweitung des Service auf andere extramurale Einrichtungen (weitere niedergelassene Radiologen, Röntgeninstitute und Diagnosezentren, aber auch Fachärzte anderer Fachrichtungen) leicht möglich ist. Das tera.archiv vereinfacht Nachbehandlungen und Kontrollen im Rahmen stationärer Krankenhausaufenthalte und stellt den behandelnden Ärzten alle relevanten Informationen zur Befunderstellung zur Verfügung. Darüber hinaus können die Ärzte umfassender auf Ergebnisse bereits durchgeführter Untersuchungen zurückgreifen. Für den Patienten liegt der Vorteil in einer raschen und zielsicheren Übermittlung der Untersuchungsdaten als Vorinformation für einen geplanten Spitalsaufenthalt. Die Mitnahme von Befunden, Röntgenfilmen oder CD’s in das Spital kann somit entfallen. Da neben diesen technischen und diagnostischen Fortschritten besonders das Recht auf Datenschutz eine wichtige Rolle in der Medizin einnimmt, wurden alle wichtigen Anforderungen, vom Zugriffsschutz für sensible Daten bis zur Verschlüsselung der Daten bei Übertragung über das Internet, umgesetzt. Schließlich erleichtert die Integration der e-Card – durch die eindeutige Identifikation des Patienten – zusätzlich die korrekte Zuordnung aller Informationen im Verbund. Das tera.archiv zusammen mit der Anbindung des extramuralen Bereichs tragen damit zu einem komfortableren und nahtloseren Patientenservice bei. Aus technischer Sicht werden der externe Bereich und der KAV-Bereich durch Firewalls geschützt und dann durch eine verschlüsselte Übertragung verbunden. Dabei kommen die Standards DICOM, S/MIME sowie ein XML-Format des ÖNORM-Patientenbriefes zum Einsatz. Weitere Formate zur besseren Lesbarkeit der Befundergebnisse werden ebenfalls unterstützt. Die Lösung zeichnet sich daher zusätzlich durch ein modernes Konzept und den Einsatz von bewährten Standards aus. Die nächsten Ausbaustufen sind bereits in Planung und umfassen die Befundauskunft für externe Mandanten sowie eine attraktive Auslagerung der Langzeitarchivierung von Bilddaten ins tera.archiv.

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Autoren: DI Herlinde Toth (KAV),
DI Rainer Anzböck (D.A.T.A. Corporation)

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