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Radiologie 30. März 2006

Integrierte Lösung für Schnittbilduntersuchung

In den letzten drei Monaten wurde im Diagnosezentrum Urania in Wien eine integrierte RIS/PACS-Lösung für Schnittbilduntersuchungen implementiert. RIS steht für "Radiology Information System" und PACS für "Picture Archieving and Communication System". Bei der Umsetzung digitaler Befundungslösungen kommen der Kopplung dieser beiden Komponenten und dem Befundungs-Workflow zentrale Bedeutung zu, weil davon Effizienz und Akzeptanz des Systems in der Routine abhängen. Im Diagnosezentrum Urania wurde weiters auf Performance, einheitliche Bedienung, komfortablen Archivzugriff und Nutzung der Internettechnologie fokussiert.

Die RIS-Komponenten

Das RIS umfasst die Terminvergabe, Patientenadministration, Spracherkennung mit Sofortbefundausgabe und Kassenabrechnung. Hierfür kommt die Produktlinie XR (1) der D.A.T.A. Corporation zum Einsatz. Das PACS umfasst ein zentrales in-house Bildarchiv, integrierte Befundungsarbeitsplätze und ein hochwertiges Farblaser-Papierdokumentationssystem. Alle Funktionen wurden DICOM 3.0 (2) konform implementiert, um die Erweiterbarkeit zu garantieren und die Investition abzusichern.

Die Implementierung des Netzwerks, der Befundung und des Archivs ist eine Lösung in Kooperation von D.A.T.A. Corporation (3) und Wienkom (4) basierend auf den Produkten XR PACS, ImagePro und Wienkom DICOM Services. Die Archivierung der digitalen Bilddaten erfolgt schon seit Anfang August mit einem erweiterbaren RAID-Speicher, der optimale Performance auch bei hoher Beanspruchung bietet. Weiters steht damit bereits zum Start der Befundung eine umfassende Sammlung an Voruntersuchungen für Vergleiche zur Verfügung.

Hochauflösende Bilddarstellung

Die Bilddarstellung erfolgt auf qualitativ hochwertigen, hochauflösenden und kontraststarken TFT-Monitoren. Eine Doppelmonitor-Konfiguration erlaubt hierbei optimales Überblicken des Bildmaterials. Die Befundung erfolgt unter Verwendung von individuell konfigurierbaren, automatischen Bildanordnungen (Hanging Protocols). Durch eine Standardisierung der Bildanordnungen konnte der Befundungsablauf noch übersichtlicher und effizienter gestaltet  werden. Weiters erlauben eigene Protokolle für Vergleichsstudien rasche Verlaufskontrollen von Pathologien und post-operativen Prozessen. Als Drucksystem wird eine Lösung in zusätzlicher Kooperation mit den Firmen Kodak, Xerox und Aycan eingesetzt. Je nach Fragestellung können Bildstudien selektiv - von den Modalitäten oder Workstations aus - auf Film oder Papier dokumentiert werden. Mit Einführung der digitalen Befundung und der Papierdokumentation stehen allen Zuweisern des Diagnosezentrums Urania per Internet Bild- und Befunddaten zur Verfügung. Als Zusatzfunktion können hier auch Termine für zugewiesene Patienten vereinbart werden. Die Implementierung basiert auf den XR NET Produkten der D.A.T.A. Corporation.

In weiterer Folge wird das Archiv um den konventionellen Röntgenbereich erweitert. Hierbei wird die frühzeitige Berücksichtigung eines einheitlichen, auf Standards beruhenden RIS/PACS-Systems zum Tragen kommen. Darüberhinaus wird eine Implementierung des Systems im Diagnosezentrum Meidling durchgeführt, weitere Realisierungen sind projektiert. Mit den Produkten der D.A.T.A. Corporation, Wienkom und genannter Firmen wird gezeigt, dass kosteneffiziente (5) RIS/PACS Implementierungen für niedergelassene Radiologen zur Realität geworden sind. Eine umfassende Beschreibung der Projekte folgt in den kommenden Ausgaben des FOKUS RADIOLOGIE.

Referenzen: 

(1) R. Anzböck, XR Open RIS Architecture (D.A.T.A. Corporation, 2002).
(2) Nema, DICOM 3.0 (nema.org, 1996).
(3) R. Anzböck, XR PACS (D.A.T.A. Corp., 2002).
(4) F. Kalteis, K. Tomaschek, Imagepro (FOKUS
RADIOLOGIE, 11/2001).
(5) T. Albert, F. Kalteis, RIS/PACS-Lösungen für niedergelassene Radiologen (FOKUS RADIOLOGIE, 11/2001)

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