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Radiologie 29. März 2006

Beste Diagnostik in wenigen Sekunden

Glaubt man Branchenprognosen, so wird die Nachfrage nach Leistungen im Bereich der diagnostischen Bildgebung in den nächsten zehn Jahren um rund 200 Prozent ansteigen. Auf dem Europäischen Radiologiekongress, der im März in Wien stattfand, stellte der niederländische Elektronikkonzern Philips mehrere neue Verfahren im Bereich MRT und CT vor.

„Die Zukunft liegt in einer Verbesserung der Patientenversorgung bei höherer Effizienz“, stellte der Leiter des Bereiches Radiologie von Philips Medical Systems bei einem Satel-litensymposiums am ECR 2004 fest, bei dem Erfahrungen von Klinikern mit den neuen CT- und MRT-Systemen von Philips vorgestellt wurden. So kann etwa das Brilliance 40-Schicht-System bis zu 40 Bilder pro Sekunde rekonstruieren, was die Koronarbildgebung sowie Perfusionsmessungen deutlich verbessert.

40-Schicht-Technologie

„Durch die erweiterte Detektorbreite ermöglicht die Philips CT-40-Schicht-Technologie eine wesentlich bessere Darstellung von Blutströmen im Bereich des Herzens“, erklärte DDr. Nathan Peled, Radiologe am Carmel Hospital in Haifa/ Israel, die neue Technologie. Peled war der erste Arzt, der mit einem CT-40-Schicht-System arbeitete. „In schwer darstellbaren Regionen sind Schnelligkeit und Genauigkeit entscheidend. Hier kommt es auf die bestmögliche Diagnostik für schwer erkrankte Patienten an“, führte Peled weiter aus und fasste die Vorteile des neuen Systems zusammen. „Das Brilliance 40-Schicht-System bietet hohe Bildqualität mit verbesserter Auflösung und benötigt dafür nur halb so viel Zeit wie die bisherigen 16-Schicht Scanner.“ Auch bei der Abbildung der zerebralen Gefäße stellt die 40-Schicht-Technologie einen wesentlichen Fortschritt dar. Dies zeigte DDr. Brigitta Velthuis von der Abteilung für Radiologie am University Hospital Utrecht. „Mit der CT-Perfusion kann man die Durchblutungssituation im Infarktareal und in seiner Umgebung bestimmen. Dies kann auf zusätzliches infarktgefährdetes Gewebe hinweisen.“
Die Vorteile der 40-Schicht-Technologie liegen für Velthuis dabei in der Erweiterung des Untersuchungs-bereiches, aber auch in der geringeren Menge des benötigen Kontrastmittels. Die höhere Auflösung und die dadurch verbesserte Erkennbarkeit der Durchblutungssituation mittels Multislice-Technologie ermöglichen nach einem Insult raschere Interventionen und bessere Rehabilitationsmöglichkeiten.

Schneller, höher, weiter ...

„Jeder ist daran interessiert, dass MRI-Systeme immer schneller werden, und dass ihre Auflösung hohen Ansprüchen genügt“, sagte Dr. Jeffrey Tsao vom Institut für Biomedizinische Technik und medizinische Informatik (IBTZ) an der ETH Zürich, der gemeinsam mit Philips die neue k-t Blast-Technologie (k-t Broad-use Linear Acquisition Speed-up Technique) entwickelte, mit dem die MRT-Geschwindigkeit deutlich gesteigert werden dürfte. Aber auch die bereits auf dem Markt befindliche Achieva-Anwendung „MobiScan“ erlaubt die Erfassung des gesamten Körpers in nur drei Minuten.
Die „MobiFlex“-Funktion ermöglicht KlinikärztInnen die routinemäßige Anwendung komplexer Gefäßbildgebungstechniken mit optimaler Bildqualität bei der peripheren Angiographie. Auch die Gehirngefäße können mit dieser Technologie optimal abgebildet werden, was Dr. Winfried A. Willinek von der Abteilung für Radiologie an der Universität Bonn bestätigte, der diese MRT-Technologie unter anderem im Rahmen einer Studie erprobt hat: „Wir konnten feststellen, dass die Hochfeld-MRT der intrakraniellen Arterien signifikant von der besseren Auflösung und der höheren Bildqualität, die mittels 3.0 Tesla möglich ist, profitiert.“ Die Achieva-Systeme haben einen gemeinsamen Grundaufbau und basieren auf der Philips Sense-Technologie, die ebenfalls gemeinsam mit dem IBTZ entwickelt wurde. Im Bereich der MR-Technologie konnte mit dem Achieva 3.0T die Produktlinie erfolgreich fortgesetzt werden. Kürzlich wurde bereits das fünfzigste 3.0T-System in einem Krankenhaus installiert.

Sabine Fisch, Ärzte Woche 41/2001

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