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Radiologie 29. März 2006

MR-Arthrographie bei Hüftschmerzen

Hüftschmerzen als Symptom können viele Ursachen haben. Die bildgebende Abklärung erfolgt mit konventionellem Röntgen, Computertomographie und der Magnetresonanztomographie (MRT).

Seltenere Ursachen für Hüftschmerzen sind Läsionen des Labrum acetabulare oder freie Gelenkskörper. Die radiologische Abklärung dieser Entitäten erfolgt am besten mit der MRT und hier mit der MR-Arthrographie. In dieser Übersicht soll der Focus auf die MR-Athrographie zur Erfassung von Läsionen des Labrum acetabulare und freier Gelenkskörper gelegt werden.

Gezielte Fragestellung

Hauptindikation zur MR-Arthrographie des Hüftgelenkes ist die klinisch vermutete Läsion des Labrum acetabulare. Aufgrund der klinisch-orthopädischen Untersuchung allein kann es schwierig sein, eine Labrumläsion von anderen Krankheitsbildern zu unterscheiden. Eine MR-Arthrographie sollte allerdings nur nach einer genauen fachärztlichen Untersuchung mit gezielter Fragestellung durchgeführt werden. Weitere Indikationen zur MR-Arthrographie sind unter anderem der Verdacht auf Knorpelschädigungen oder freie Gelenkskörper, also Entitäten, die sich mit anderen bildgebenden Methoden nur schwer oder nicht nachweisen lassen. Nach einer intraartikulären Kontrastmittelgabe von etwa 10 bis 20 ml einer 2 mmol Gadoliniumlösung werden im Rahmen der MR-Arthrographie T1-gewichtete Spin-echosequenzen und/oder 3D T1-gewichtete Gradientenechosequenzen verwendet. Um Fehlinterpretationen – hervorgerufen durch Fettgewebe – zu vermeiden, sind Sequenzen mit Fettunterdrückung sehr vorteilhaft. Diese Sequenzen werden in koronaler, axialer oder in schräg-koronaler und schräg-sagittaler Ebene angefertigt. In der konventionellen MRT werden das Knochenmark und Gelenksveränderungen dargestellt. Auf den MR-arthrographischen Sequenzen lassen sich Knorpeldefekte durch eine in dem Defekt gelegene Kontrastmittelansammlung erfassen. Freie Gelenkskörper werden von Kontrastmittel umspült und sind so leichter zu diagnostizieren.

Degeneration des Labrums

Die konventionelle MRT zeigt labrale Veränderungen deutlich schlechter als die MR-Arthrographie. Die Degeneration des Labrums (Labrum Typ 1) stellt sich sowohl in der MRT als auch in der MR-Arthrographie als intralabrale Signalinhomogenität dar und entspricht pathohistologisch einer mukoiden Verquellung. Der Einriss (Labrum Typ 2) stellt sich als Flüssigkeitsmarkierung dar, die MR-arthrographisch deutlich besser erkennbar ist als mit der konventionellen MRT. Er ist mit der MR-Arthrographie besser erkennbar als mit der konventionellen MRT, da durch die intraartikuläre Kontrastmittelgabe eine Distension des Gelenkes erfolgt und das Kontrastmittel den Einriss markiert. Das abgerissene Labrum (Labrum Typ 3) wird durch Flüssigkeit (Gelenkserguss beziehungsweise intraartikuläres Kontrastmittel) vom knöchernen Acetabulum abgegrenzt bzw. umspült (Abb. 1). Wie bereits in derzeit noch laufenden Studien erkennbar ist, dürfte die MR-Arthrographie des Hüftgelenkes hinsichtlich der Detektion freier Gelenkskörper (Abb. 2) eine ähnliche Sensitivität aufweisen wie bei anderen Gelenken. Unter dem Blickwinkel der klinischen Fragestellungen kann somit gesagt werden, dass die MR-Arthrographie des Hüftgelenks eine trotz ihrer Invasivität relativ einfache und effektive Methode zur Erfassung von Labrumläsionen und freien Gelenkskörpern ist. Die Sensitivität des Nachweises von Labrumläsionen im Vergleich mit den operativen Ergebnissen wird mit 92 bis 95 Prozent bei der MR-Arthrographie beziehungsweise mit ungefähr 65 Prozent bei der konventionellen MRT angegeben. Die MR-Arthrographie rechtfertigt somit ihren etwas höheren Aufwand, die Invasivität und die gering höheren Kosten.

C. Czerny, J. Kramer, A. Neuhold, S. Hofmann, C. Tschauner, Ärzte Woche 41/2001

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