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Radiologie 30. Juni 2005

Institute fordern Gesamtvertrag für Großgeräte

Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Zwischen den Trägern der Krankenversicherung und den Krankenanstalten, die ambulante Untersuchungen mit Großgeräten durchführen, müssen Gesamtverträge abgeschlossen werden. So steht es im Paragraph 349 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG). Doch noch sind viele Fragen offen.

Dr. Kurt Kaufmann, Fachverband der privaten Krankenanstalten und Kurbetriebe der Wirtschaftskammer, meint dazu: "Seitens des Hauptverbandes wird es abgelehnt, einen Gesamtvertrag für sämtliche Kassen abzuschließen." Tatsächlich plane man dort nur einen Mustervertrag, der dann als reine Empfehlung für die Gesamtverträge der einzelnen Kassen mit den zuständigen Länderkammern dienen soll, bestätigt DDr. Andrea Fleischmann von der Wiener Gebietskrankenkasse. Sie zeigte sich aber zuversichtlich, dass man demnächst "einen vertretbaren Kompromiss" finden werde. 

Doch zuvor ist noch eine Reihe von Fragen zu klären: Die Wirtschaftskammer fordert einen bundesweiten Vertrag mit einheitlichen Tarifen. Ein zusätzlicher Masterplan soll die Standorte der Großgeräte festlegen. Offen ist jedoch, ob unter den Begriff "Großgeräte" auch Computertomographie und Nuklearmedizin fallen. Laut Gesetz sind nur jene Leistungen zu regeln, die auch im Großgeräteplan des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen enthalten sind. Auf CT und Nuklearmedizin trifft dies nicht mehr zu.

Zur Diskussion steht auch noch das Pauschalierungsmodell, das derzeit bereits in Wien angewendet wird und das man seitens der Wiener GKK auch gerne beibehalten möchte. Mit einem vertraglich vereinbarten Pauschalbetrag werden dabei alle MRT-Untersuchungen eines Versicherungsfalles pro Quartal abgegolten. Wenn also zur Abklärung einer Diagnose mehr als eine Untersuchung erforderlich ist, müssen zwar alle durchgeführt werden, die Pauschale darf vom Institut aber nur einmal verrechnet werden. Anders ist es, wenn ein Patient mit unterschiedlichen Diagnosen - die sich zumeist auch auf verschiedene Körperregionen beziehen - mit chefärztlich bewilligten Überweisungen zur Abklärung kommt: Dann kann die Pauschale auch mehr als ein Mal für denselben Patienten im gleichen Quartal abgerechnet werden. 

Röntgenologen wissen von Überweisungen zu berichten, bei denen bis zu sechs MRT-Untersuchungen an einem Patienten gefordert, aber nur ein Mal vergütet wurden. Eine von manchen anderen Kassen bevorzugte Alternative ist es daher, die Pauschale nicht pro Diagnose, sondern pro Körperteil vorzuschreiben. Tatsache ist, dass die Untersuchungsfrequenzen beschränkt werden sollen. Noch wird bei den Krankenversicherungen und auch in der Wirtschaftskammer heftig gerechnet, welches Tarifmodell für sie das jeweils günstigste ist. 

Mag. Andrea Fried, Ärzte Woche 42/2001

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