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Radiologie 30. Juni 2005

Entscheidungshilfe für die richtige Strategie

Der Allgemeinmediziner in der Praxis steht bereits bei der Zuweisung seiner Patienten für bildgebende Verfahren vor einer Reihe von Problemen hinsichtlich der Auswahl der am besten geeigneten radiologischen Methoden. Praktische Hilfestellung dazu gab ein Fortbildungsabend der Wiener Gesellschaft für Allgemeinmedizin (WIGAM) in den Seminarräumen (Informaticum) des Diagnosticum-Röntgenambulatoriums Gersthof in Wien.

"Heutzutage ist es wirklich nicht einfach, die richtige diagnostische Strategie bei einem entsprechenden Krankheitsbild auszuwählen", stellte Doz. Dr. Michael Stiskal, Spezialist für MRT und CT, einleitend fest. "Diese zu finden, kann im Einzelfall jedoch lebensentscheidend sein. Durch neueste Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung unterliegen diese Strategien auch einem permanenten Wandel." Eine wesentliche Unterstützung zur Definition klarer und effizienter diagnostischer Strategien soll aus radiologischer Sicht die "Orientierungshilfe für Radiologie" darstellen. Diese gibt es seit dem Jahr 2000 in Form eines Büchleins oder im Internet (www.oerg.info und www.vbdo.at). Darin ist alles Wissenswerte über moderne bildgebende Verfahren übersichtlich dargelegt. Im Internet ist es auch möglich, über eine interaktive Oberfläche zu einzelnen klinischen Fragestellungen, die nach Organregionen eingeteilt sind, die am besten geeignete radiologische Methode zu finden. Vor- und Nachteile der Methoden werden zusätzlich kurz aufgezeigt.
Die "Orientierungshilfe für Radiologie" wurde gemeinsam von der Österreichischen Röntgen-Gesellschaft (ÖRG), dem Verband für Bildgebende Diagnostik Österreich (VBDO) und dem Strahlenschutzverband nach allgemeinen in Österreich unter EU-gültigen Richtlinien verfasst. Alle interdisziplinären wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Österreich haben dieses Projekt begrüßt und positiv befürwortet.

Methode der Wahl

In den weiteren Ausführungen zeigte Stiskal an speziellen Fallbeispielen "High lights" für die richtigen Indikationen in der Radiologie. Im Bereich der Wirbelsäule ist die Magnetresonanztomographie (MRT) Methode der Wahl. Nur sollte bedacht werden, wies der Radiologe darauf hin, dass beim alten Menschen mit Lumboischialgien durchaus auch ein Röntgen der Wirbelsäule in der Primärdiagnostik genügt. Bei radikulärer Symptomatik ist sicher eine MRT indiziert. Beim jugendlichen Patienten sollte in jeden Fall umgehendst - auch aus strahlenhygienischen Gründen - ein MRT durchgeführt werden. "Grundsätzlich kann aber in der Notsituation mit der CT die Diagnose Bandscheibenvorfall bestätigt oder ausgeschlossen werden", betonte Stiskal. Die teilnehmenden AllgemeinmedizinerInnen zeigten großes Interesse an dieser Veranstaltung, da in einem geeigneten Forum auf Fragen aus der täglichen Praxis konkrete Antworten eines Experten gegeben wurden. Weitere Fortbildungsangebote dieser Art sind in Planung.

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