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Radiologie 1. April 2007

Nicht-invasive Bildgebung von venösen koronaren Bypässen mittels Multislice Computertomographie

GRUNDLAGEN: Die Einführung von Multislice Computertomographie (MSCT)-Scannern im Jahre 1999 eröffnete neue Horizonte im Bereich der nicht-invasiven kardialen Bildgebung. So ermöglichen 16- und 64-zeilen MSCT-Scanner eine nicht-invasive Beurteilung der Durchgängigkeit von koronaren Bypässen. METHODIK: Dieser Review-Artikel beschreibt die technischen Grundlagen der MSCT-Angiographie, erläutert die radiologische Darstellung von venösen Bypässen und deren pathologische Befunde und gibt einen Überblick über rezente Literatur. ERGEBNISSE: Die Multislice Computertomographie (MSCT)-Angiographie erlaubt eine Beurteilung der Durchgängigkeit von koronaren Bypässen. Komplette Verschlüsse können mit einer sehr hohen diagnostischen Treffsicherheit erkannt werden. Die Quanitifizierung des Stenosegrades von distalen Anastomosenstenosen ist jedoch mittels MSCT im Vergleich zur invasiven Angiographie aufgrund geringerer Auflösung, und/oder durch die Präsenz von metallischen Clips limitiert. Eine degenerative venöse Bypassgefässerkrankung kann mittels MSCT anhand der Darstellung von nicht-verkalkten und verkalkten Plaques jedoch schon in Frühstadium diagnostiziert werden. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Als nicht-invasive Methode eignet sich die Multislice Computertomographie (MSCT)-Angiographie in der klinischen Praxis zum Ausschluss von kompletten koronaren Bypassverschlüssen in Patienten, in welchen eine invasive Angiographie klinisch nicht primär indiziert ist (z.B. atypische Angina Pectoris, nicht-beurteilbare oder grenzwertig-pathologische Ergometrie), oder auch für Patienten mit hohem Eingriffsrisiko. Weiteres bietet sich die MSCT für die Evaluierung von Patienten mit unklaren post-operativen Thoraxschmerzen nach Bypassoperation an, da simultan auch extra-kardiale Pathologien des Thorax (Hämatom, Abszess, Pneumothorax, Infektion oder Dehiszenz des Sternums, Pulmonalarterienembolie, etc.) erfasst werden können.

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