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Die Zahlen der Herz-CT-Untersuchungen sind im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren rapide angestiegen.
 
Radiologie 11. Oktober 2013

Herz-CT: Patientenselektion ist entscheidend

Immer mehr Patienten werden zum kardialen CT zugewiesen. Doch die Empfehlungen der Fachgesellschaften zum Einsatz dieser Untersuchung werden noch zu wenig berücksichtigt. Gezielte Information der zuweisenden Ärzte ist nötig, um die Patientenselektion zu optimieren.

Die Computertomografie (CT) zur nicht-invasiven Untersuchung der Koronarien spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Früherkennung der koronaren Herzerkrankung (KHK). Sie kann ambulant, rasch und schonend für die Patienten durchgeführt werden. Doch erfahrungsgemäß werden nicht immer nur Patienten überwiesen, bei denen der Einsatz des Herz-CT besonders zweckmäßig ist. Dies nahm eine Arbeitsgruppe um Univ.-Prof. Dr. Guy Friedrich, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Innsbruck, zum Anlass, die Zuweisungssituation im klinischen Alltag genauer unter die Lupe zu nehmen.

Analysiert wurden die Daten von über 650 Patienten, bei denen an der Klinik Innsbruck ein Herz-CT durchgeführt wurde. Die Diagnosen und Fragestellungen der Zuweisung wurde mit den aktuellen Empfehlungen der Österreichischen Fachgesellschaften für Radiologie (ÖRG) und Kardiologie (ÖKG) verglichen. „Wir haben dabei drei große Gruppen von Zuweisungen unterschieden“, so Studien-Erstautor Friedrich:

  • absolut geeignete Zuweisungen, welche den vorgegebenen Richtlinien 100% -ig entsprachen.
  • weniger geeignete Zuweisungen, welche nicht in jedem Punkt den Empfehlungen entsprachen.
  • Zuweisungen, welche aufgrund ihrer Fragestellung und dem derzeitigen Wissensstand noch als unbestimmt einzustufen waren.

„Zudem haben wir die fachliche und örtliche Herkunft der Zuweisungen überprüft, um eventuelle Informationslücken oder subjektive Unklarheiten in den formulierten Richtlinien besser erkennen und korrigieren zu können.“

Die Ergebnisse: Bei 31% der Patienten entsprach die Indikation zur Untersuchung vollkommen den aktuellen Richtlinien. Bei 53% der Zuweisungen entsprachen die Fragestellungen nicht in vollem Umfang den Empfehlungen und bei 16 % war eine klare Zuordnung nicht möglich.

Die höchsten Quoten an Übereinstimmung mit den Empfehlungen hatten Zuweisungen aus dem eigenen Klinikum und anderen Krankenhäusern. Die höchste Rate an weniger geeigneten Zuweisungen kam aus dem niedergelassenen Bereich.

Potenzielle Zuweiser besser informieren

Diese Ergebnisse bestätigen die Wichtigkeit, die Empfehlungen der Fachgesellschaften zum Einsatz der Koronar-CT durch Fortbildung und gezielte Information unter den zuweisenden Ärzten bekannter zu machen und sie damit bei der Zuweisungsentscheidung optimal zu unterstützen. Der entsprechende diagnostische und therapeutische Nutzen für Herzpatienten und zuweisende Ärzte wird die logische Folge sein. Es gibt Hinweise aus internationalen Untersuchungen, dass die geeigneten Zuweisungen durch regelmäßige Updates der Empfehlungen und angebotene Fortbildungen deutlich zunehmen. Die Zahlen der Herz-CT-Untersuchungen sind im deutschsprachigen Raum in den vergangenen Jahren rapide angestiegen. Die österreichischen Gesellschaften für Radiologie und Kardiologie haben daher gemeinsame Richtlinien zur korrekten Fragestellung und Durchführung von CT-Untersuchungen der Herzkranzgefäße publiziert. „Dies ist schon deshalb wichtig, weil bei der CT-Untersuchung Röntgenstrahlen und Kontrastmittel verwendet werden und somit eine korrekte Fragestellung und Zuweisung im Vorfeld vorhanden sein sollten. Die CT-Untersuchung der Koronargefäße hat den großen Vorteil, Gefäßverschlüsse zu erkennen und zu quantifizieren, vor allem aber den noch höheren Nutzen diese mit höchster Präzision auszuschließen“, so Friedrich.

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