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Radiologie 4. Juni 2013

MRT-Untersuchung auch bei „Device“- Trägern möglich

Das Dogma, dass eine Magnetresonanztomografie (MRT) bei Patienten mit Herzimplantaten kontraindiziert ist, hält sich hartnäckig. Doch auch bei diesen Patienten ist heutzutage eine MRT-Untersuchung möglich, mit sogenannten MRT-fähigen Implantaten.

Ob Schrittmacher, Defibrillatoren oder Implantate zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) - immer mehr Menschen tragen eines oder mehrere dieser Geräte. Die Zahlen steigen dramatisch. Das Gleiche gilt für die Anzahl an durchgeführten MRT-Untersuchungen: 243 Prozent Zuwachs in den letzten 10 Jahren.

Damit wird es aber auch immer wahrscheinlicher, dass solche „Device“-Träger eine MRT benötigen. „Dann wird es problematisch“, sagte Prof. Wolfgang Rudolf Bauer, Uniklinik Würzburg. „50 bis 75 Prozent aller Schrittmacher-Patienten wird eine MRT-Untersuchung verneint.“ Warum? Für sie könne eine MRT gefährlich werden, so Bauer.

Beispielsweise kann die Spitze einer Schrittmacher-Elektrode durch das Hochfrequenzfeld erhitzt werden, Fehlfunktionen und Rhythmusstörungen können die Folge sein. „Im Defibrillator können Magnetfelder Software und Hardware-Defekte verursachen“, merkt Jörn Schmitt, Universitätsklinikum Gießen, an.

Welche Patienten profitieren?

Mittlerweile gibt es aber eine Lösung: sogenannte MR-conditional-Herzimplantate. Diese Technologie deckt alle drei Bereiche ab: für Patienten mit Herzschrittmacher, Defibrillatoren und CRT-Geräten ist damit eine Untersuchung in einem MRT-Scanner (1,5 Tesla) möglich. Generell müssen alle Geräte direkt vor der MRT-Untersuchung in einen MRT-Modus mit eingeschränkter Therapiefunktion programmiert werden. „Für die Zulassung muss das Implantat immer mit den entsprechenden zugelassenen Sonden kombiniert werden“, erklärt Schmitt.

Aber für welche Patienten kommen solche Systeme in Frage? Insbesondere diejenigen, bei denen man wisse, dass sie bald ein MRT benötigten, beispielsweise Patienten mit einer Multiplen Sklerose oder einem Tumor, würden profitieren, so Schmitt. Aber grundsätzlich gäbe es keinen Patienten, dem wir nicht solch ein Gerät einsetzten sollten, denn sie seien nicht schlechter als andere. In Zukunft, so glaubt er, werde es nur noch MRT-fähige Systeme geben. Große kontrollierte Studien dazu fehlen jedoch. „Bisher wurde allerdings noch von keiner Fehlfunktion dieser MRI-conditional Geräte berichtet,“ sagte Schmitt.

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