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Radiologie 25. April 2013

28. April: Tag der Sicherheit am Arbeitsplatz

Strahlenschutz für alle


Ionisierende Strahlung kann den Organismus schädigen. Dass daher die Strahlenexposition des menschlichen Körpers so gering wie möglich gehalten werden sollte, ist eine bekannte Tatsache. Jedoch ist ionisierende Strahlung auch ein Bestandteil vieler Untersuchungen und bildgebender Diagnoseverfahren wie Röntgen, CT oder PET, welche aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken sind.



Maßnahmen zum Schutz des medizinischen Personals

Wie aber sieht nun der Schutz für die AnwenderInnen aus, die nicht nur zum Zweck einer einzelnen Untersuchung, sondern tagtäglich auf beruflicher Basis mit radioaktiver oder ionisierender Strahlung zu tun haben? Einblick in diese Frage liefert der Verband für medizinischen Strahlenschutz in Österreich. Nach jahrzehntelanger interdisziplinärer Forschung auf dem Gebiet des Strahlenschutzes existieren wissenschaftlich fundierte Richtlinien zum Umgang mit ionisierender Strahlung, um Personenkreise wie RadiologInnen oder RTs vor überhöhten Risiken und zu hoher Strahlenexposition zu schützen.

Geringere Strahlendosis, mehr Information und höheres Bewusstsein

Bei ÄrztInnen, medizinischem Personal und auch bei PatientInnen steigt zunehmend das Bewusstsein für einen kritischen Gebrauch von Röntgenstrahlung zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken. „Jeglicher Einsatz von ionisierenden Strahlen, welcher über die für die diagnostische oder therapeutische Aufgabe erforderliche Dosis hinausgeht, ist konsequent zu vermeiden“ betont RT Martina Dünkelmeyer, Strahlenschutzbeauftragte der Universitätsklinik für Radiodiagnostik Wien.

Trotz aller Fortschritte: Jede Untersuchung muss gerechtfertigt sein

Durch den Fortschritt von bildgebenden Verfahren konnte die verabreichte Dosis immer weiter reduziert werden, gleichzeitig hat sich die Bildqualität laufend verbessert. Zeitersparnis und somit höhere Untersuchungsfrequenzen sind weitere Fortschritte. Neu entwickelte Dosiserfassungs- und Dokumentationssysteme tragen zur Qualitätskontrolle bei. Die verabreichte Dosis ist archivierbar, vergleichbar und leichter optimierbar.
Die moderne Technik birgt jedoch auch Gefahren, denen man mit konsequenter Schulung und Aufklärung aller beteiligten Personen entgegen wirken muss. Die schnelle und unkomplizierte Verfügbarkeit der Schnittbildtechnologie führt insgesamt zu einer höheren Strahlenexposition in der Bevölkerung. „Der Grundsatz der Rechtfertigung wird dadurch zu einem der wichtigsten Punkte in der Strahlenschutzgesetzgebung“ erklärt Doz. Dr. Martin Uffmann, Präsident des Verbandes für Medizinischen Strahlenschutz in Österreich.

Qualitätssicherung als Beruf(ung)


Um den Fortschritt voranzutreiben, widmet sich der Verband für medizinischen Strahlenschutz in Österreich der fortlaufenden Qualitätssicherung und -kontrolle. Weiterbildungsmöglichkeiten wie Kurse zum Strahlenschutzbeauftragten, Ermächtigten Arzt oder MR-Sicherheitsbeauftragten sollen österreichweit die Grundlagen im Strahlenschutz zur sicheren Anwendung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen im medizinischen Alltag vermitteln. Die Palette der vermittelten Lehrinhalte ist breit und reicht von den physikalischen, biologischen und rechtlichen Grundlagen bis hin zu konkreten Maßnahmen wie Erste Hilfe, Dekontamination oder der Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen auf dem Gebiet der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie.
Auch die zunehmende Vielfalt der Untersuchungsgeräte erfordert eine entsprechende Ausbildung der AnwenderInnen, um diese Technik risikolos anwenden zu können. „Die sichere Handhabung sämtlicher Geräte, Beherrschung von Dekontaminationsmaßnahmen, und nötigenfalls Erste Hilfe bei Strahlenschutzunfällen sind unbedingte Voraussetzung“, so Prof. Anton Staudenherz von der Universitäts-Klinik für Nuklearmedizin Wien.

 

www.strahlenschutz.org

PA Verband für medizinischen Strahlenschutz in Österreich, springermedizin.at

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