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Radiologie 29. Juni 2012

Wirksamkeit von Vitamin E und N-Acetylcysteine in der Prävention von kontrastmittelinduziertem Nierenversagen in Patienten mit chronischer Nierenerkrankung: Eine doppelblinde randomisierte klinische Studie

Background 
Kontrastmittelinduziertes Nierenversagen ist eine der häufigsten Ursachen für akutes Nierenversagen in hospitalisierten Patienten. Die hier präsentierte Studie untersucht die Wirksamkeit von Vitamin E und N-Acetylcysteine als Zusatztherapie in der Prävention dieser Komplikation. Wir testeten die Hypothese, dass bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, welche im Rahmen einer Computertomographie nicht-ionisierendes Kontrastmittel erhalten, Vitamin E oder N-Acetylcysteine als Zusatz zur herkömmlichen Standardtherapie mit 0,45 % Kochsalzlösung besser geeignet sind die Nierenfunktion zu erhalten als die alleinige Gabe der Standardtherapie.

Studiendesign 
Prospective, randomisierte, doppelblinde, double-dummy, plazebokontrollierte, parallele, klinische Studie.

Methodik 
Patienten erhielten entweder Vitamin E (2160 mg i.v.) oder N-Acetylcysteine (4800 mg p.o.) zusätzlich zu 0,45 % Kochsalzlösung (1 mL/kg/h über 24 h) oder 0,45 % Kochsalzlösung alleine. Primärer Endpunkt der Studie war die Änderung des Serumkreatinins zwischen Studienbeginn und 24 h nach Kontrastmittelgabe. Kontrastmittelinduziertes Nierenversagen wurde definiert als ein Anstieg des Serumkreatinins über 25 % des Basiswertes innerhalb von 48 h nach der Kontrastmittelgabe.

Ergebnisse 
Dreissig Patienten wurden in die Studie aufgenommen (mittleres Alter: 74,6 Jahre; 17 Frauen; 9 Diabetiker; mittleres Serumkreatinin: 1.35 mg/dL; mittlere Kreatininclearance: 56 mL/min). Keiner der Patienten entwickelte eine Kontrastmittelnephropathie. In keinem der drei Studienarme kam es zu einer signifikanten Veränderung des Serumkreatinins.

Schlussfolgerung 
In der Prävention eines Kontrastmittel-induzierten Nierenversagens ist die zusätzliche Gabe von Vitamin E oder N-Acetylcysteine der Standardtherapoie nicht überlegen.

Thomas M. Kitzler, Aala Jaberi, Gerald Sendlhofer, Peter Rehak, Christian Binder, Eva Petnehazy, Rudolf Stacher, Peter Kotanko, Wiener klinische Wochenschrift 9/10/2012

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