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Radiologie 1. Februar 2006

Tumorchirurgie aus radio-onkologischer Perspektive

GRUNDLAGEN: Onkologische Chirurgie und Radiotherapie (RT) kommen bei den meisten Tumoren beide zum Einsatz. Multidisziplinäre kooperative Therapieplanung ist die angemessene Organisationsform, um basierend auf gemeinsam festgelegten Therapiekonzepten die bestmögliche, individuell zugeschnittene Therapie zu realisieren. Im Gegensatz zu einem reinen Zuweisungssystem können in multidisziplinären Konferenzen Therapien und spezifische Diagnostik im Detail schon vorab aufeinander abgestimmt und die optimale Sequenz festgelegt werden. Dies führt nicht nur zu besseren Therapieergebnissen, sondern auch zu klarerer Orientierung für die verschiedenen Teilnehmer dieser interdisziplinären Konferenzen und für die Patienten, die nicht vornehmlich an den einzelnen Disziplinen, sondern an der Gesamttherapie ihrer Erkrankung interessiert sind. METHODIK: Literaturübersicht. ERGEBNISSE: Es sind zahlreiche Bereiche der Kooperation zwischen onkologischer Chirurgie und Radioonkologie identifizierbar. Perioperative RT ermöglicht limitierte Resektionen (Mammakarzinom, Weichteilsarkome) und verbessert die Lokalkontrolle ohne Erweiterung des Resektionsausmaßes (Mammakarzinom, Rektumkarzinom, Weichteilsarkome). Clipmarkierung des Operationsgebietes erfordert Kommunikation zwischen onkologischer Chirurgie und Pathologie, um für die RT-Planung nützlich sein zu können. Grenzen von Chirurgie – inkomplette Resektionen – und von RT – geographical miss, Unterdosierung – sind durch unterschiedliche Faktoren bedingt: Grenzschichten versus Tumorvolumen und Strahlentoleranz von Normalgewebe. Die zeitliche Dimension ernstlicher chirurgischer und radiotherapeutischer Nebeneffekte ist ebenfalls unterschiedlich: sofort versus über Monate und Jahre. RT ähnelt nach der Wirkweise systemischer antineoplastischer Therapie, nach ihrer Zielgerichtetheit der Chirurgie. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Klinisch relevante Fortschritte in der onkologischen Therapie sind in der näheren Zukunft zwar auch von Fortschritten in den einzelnen Fächern zu erwarten, darüber hinaus vor allem jedoch in der Verbesserung der Koordination multimodaler Therapien.

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