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Radiologie 21. Februar 2012

ECR: Rund 20.000 Radiologen in Wien

Für Diskussionsstoff wird die kindgerechte Bildgebung sorgen und die Einsatzgebiete für neue Ultra- Hochfeldgeräte werden präsentiert. Das sind nur zwei Highlights des 24. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR) der heuer vom 1. bis 5. März 2012 im Austria Center in Wien stattfinden wird.


Diskusionsstoff: Kindgerechte Bildgebung


Ein Grundsatz, der bei allen radiologischen Untersuchungen von Kindern zutragen kommt, ist dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, sondern zahlreiche Besonderheiten haben. „Nicht nur die viel höhere Strahlensensibilität und längere weitere Lebenserwartung – mit dadurch höherem Risiko, strahleninduzierte Tumore zu erleiden – spielt eine wesentliche Rolle bei der Auswahl und Festlegung der Bildgebung. Auch diverse weitere kinderspezifische Faktoren, wie noch nicht verknöcherte Anteile des Skeletts, andere Lage- und Größenrelationen mit daraus folgenden anderen Verletzungsmustern und Unfallsarten, andere Gewebszusammensetzung und Kreislaufverhältnisse, sowie vieles mehr sind zu berücksichtigen“, so Prof. Dr. Michael Riccabona von der Klinischen Abteilung für Kinderradiologie am LKH-Universitätsklinikum Graz.


Sozioökonomischer Druck


Trotzdem bestünde bei steigendem sozioökonomischen Druck die Gefahr, dass genau dies passiert und eine an Kinderbedürfnisse adaptierte Bildgebung in den Hintergrund gedrängt wird. Darauf machen die Radiologen bereits vorab in einer Aussendung aufmerksam. Auf Grund des zunehmenden finanziellen Drucks finden viele neue Technologien erst sehr spät, oder auch gar nicht, ihren Weg in die Kinderradiologie, wie man am Beispiel von fehlenden Zulassungen bei Ultraschallkontrastmitteln für pädiatrische Anwendungen oder auch daran sehen kann, dass es nur ein zugelassenes MR-Kontrastmittel für Neugeborene gibt.


Hinzu käme, dass kinderspezifische MR-Spulen ebenso wie eine entsprechend breite Palette von kinderadäquaten hochqualitativen Schallköpfen oft nur schwer verfügbar seien, sodass die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Bildgebung wie MR-Spektroskopie, Sonoelastographie, kontrastmittelgestützter Ultraschall, 3D-Sonographie und andere teilweise nur vereinzelt angeboten werden könnten.


Schwerpunkt: neue Ultra-Hochfeldgeräte


Noch sorgen technische Schwierigkeiten (Signal-Rausch-Verhältnis) dafür, dass Ultra-Hochfeldgeräte nicht im klinischen Einsatz genutzt werden können. Trotzdem, so Prof. Siegfried Trattnig, Leiter des Exzellenzzentrums für Hochfeld MR in Wien, gäbe es bereits heute Gebiete, in welchen die ersten Erfolge nachzuweisen seien: „Die Darstellung kleiner Strukturen des Handgelenkes mit Knorpel, Bändern und des Diskus, aber auch des Gehirns, wie z.B. der Subeinheiten des Hippokampus und kleinster Gefäße, ist bereits jetzt hochauflösend mit beeindruckender Bildqualität möglich."


Weiters würden funktionelle Gehirnstudien und besonders Stoffwechseluntersuchungen von dem höheren Signal auf 7 Tesla profitieren. Sodass neben den Wasserstoffkernen, die in der MRT verwendet werden, auch andere Kerne wie Phosphor, Kohlenstoff und Natrium untersuchbar und messbar bei Patienten werden könnten. Der Experte erwarte sich, dass diese speziellen Anwendungen mit 7 Tesla Geräten in naher Zukunft Einzug in die klinische Praxis finden würden.

In Bezug auf Ganzkörperuntersuchungen, bei denen der derzeitige Standard bei 1,5 bzw. 3 Tesla liegt, sei er sich allerdings nicht sicher, ob die Standardfeldstärke in den nächsten 5 Jahren erhöht werde.

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