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Radiologie 16. Jänner 2012

Radiologie kann Stroke-Therapie verbessern

In Österreich erleiden rund 20.000 Personen pro Jahr einen Schlaganfall. Bei der Therapie dieser Erkrankung, die laut Angaben der WHO die dritthäufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern ist, gibt es Fortschritte. Beim ÖGIR in Salzburg berichteten die Radiologen von Therapieerfolgen, die mit Interventioneller Radiologie erreicht werden können.

Blutgerinnsel absaugen

Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren werden Mikrokatheder über die Leistenarterie zu den verstopften Gefäßen geführt und dort die Blutgerinnsel abgesaugt. Der Faktor Zeit spiele bei der Behandlung eines akuten Schlaganfalls die größte Rolle. "In rund 80 Prozent der Fälle können wir das gesamte Blutgerinnsel absaugen und die Patienten zeigen schon am Tag nach dem Eingriff so gut wie keine Symptome mehr. Das ist sehr erstaunlich, weil diese mit massiven Gang- und Sprechstörungen zu uns kommen", sagte Monika Killer-Oberpfalzer von der Christian-Doppler-Klinik Salzburg.

Höchst wirksames Stroke Management

"Der Vorteil der interventionellen Methoden ist der minimale und damit schonende Eingriff für den Patienten", erklärte auch Tagungspräsident Siegfried Thurnher, Vorstand der Radiologie und Nuklearmedizin der Barmherzigen Brüder Wien: "Bei örtlicher Betäubung werden millimeterdünne Katheter mit Hilfe von Führungsdrähten in Blutgefäße oder andere Gangsysteme eingeführt, um an die erkrankte Stelle im Körper zu gelangen und die geeignete Therapie anzuwenden".

Die Patienten erholen sich rascher und die Krankenhausaufenthalte verkürzen sich. Interventionell radiologische Therapien erweisen sich im Schlaganfall-Management als höchst wirksam, hieß es bei der Tagung.

Ein wichtiger Bestandteil des Schlaganfall-Managements ist die regelmäßige Kontrolle gefährdeter Patienten, zum Beispiel bei Diabetikern oder Personen mit Fettleibigkeit. Dadurch können Verschlüsse oder Blutgefäßschwächen frühzeitig erkannt werden.

Zu den präventiven Maßnahmen zählt auch die Aufklärung der Patienten über die Symptome eines Schlaganfalls.

Präventivmaßnahmen

Bei Risikopatienten kann die interventionelle Radiologie präventiv eingesetzt werden: Die Halsschlagadern werden mittels eines Balloon-Katheters unter angiographischen Verfahren erweitert und mit einem Stent offengehalten, um die Blutzufuhr zum Gehirn zu gewährleisten. Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden sinkt.

Rund 800 Fachärzte tagten Ende letzter Woche in Salzburg bei der gemeinsamen Jahrestagung der Österreichischen, Deutschen und Schweizerischen Gesellschaften für Interventionelle Radiologie (ÖGIR).

Webtipp: www.oegir.at

 

 

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