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Radiologie 26. Oktober 2011

Bessere Diagnose bei Gehirnuntersuchungen in Aussicht

Die Radiodiagnostik an der Medizinischen Universität Wien hat herausgefunden, wie sich im Rahmen der Magnetresonanztomographie die diagnostische Sicherheit bei der Phasenbildgebung deutlich erhöhen lässt. Das könnte zu einer verbesserten Diagnostik bei Untersuchungen des Gehirns – und im speziellen der venösen Gefäße – führen. 

Bildfehler erschweren Diagnose  

Simon Robinson von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik an der Medizinischen Universität Wien hat herausgefunden, wie sich im Rahmen der Magnetresonanztomographie die diagnostische Sicherheit bei der Phasenbildgebung deutlich erhöhen lässt. Bisher treten bei der Phasenbildgebung im Rahmen der suszeptibilitätsgewichteten Magnetresonanzbildgebung (SWI) vermehrt so genannte Artefakte auf, also Bildfehler, die die Diagnose erschweren.

Fehldiagnosen

Robinson: „Artefakte können sogar zu einer Fehldiagnose führen. Manche Artefakte auf den Bildern sehen wie Mikroblutungen aus. Daher sind viele Neurochirurgen vorsichtig mit dem Einsatz von SWI und verwenden sie auch nur sehr beschränkt“ Das könnte sich mit der neuen Methode bald ändern.  

Verbesserte Kombination

Der Physiker am Exzellenzzentrum für Hochfeld MR der MedUni Wien hat herausgefunden, wie man die Phasenbilder besser miteinander kombiniert. Die Fehlerquelle der Artefakte wird dadurch deutlich verringert. Robinson: „Das erhöht gleichzeitig die diagnostische Sicherheit für den Neurochirurgen und erlaubt auch neue Fragestellungen sowie die Darstellung von Venen an der kortikalen Oberfläche.“

Mehrere Vorteile 

Weiters hat die Phasenbildgebung gegenüber der herkömmlichen MRT-Methode der Magnitudenbildgebung den Vorteil, dass sie über eine andere Kontraststärke verfügt und daher empfindlicher auf Eisenablagerungen wie zum Beispiel bei Parkinson, Multiple Sklerose oder Alzheimer eine Rolle spielen, reagiert.  

Mögliche Einsatzgebiete

Phasenbildgebung wird derzeit vor allem in der Venographie eingesetzt. Dabei werden die venösen Gefäße im Kopf untersucht. Robinson: „Mit der Phasenbildgebung kann man sehen, ob und wie eine Therapie das venöse Wachstum beeinflusst.“ Zudem lässt sich mit der neuen Methode, die derzeit nur in der klinischen Forschung eingesetzt wird, die Lage von Tumoren im Gehirn besser bestimmen.

Ein weiterer Einsatzbereich könnte die Untersuchung von Stenosen, Verengungen von Blutgefäßen oder anderen Hohlorganen, sein.

Erste Ergebnisse dieser Forschungen wurden im Top-Journal Magnetic Resonance in Medicine 2011 publiziert. Die Methode wurde von der MedUni Wien zum Patent angemeldet.

Presse MedUni Wien, springermedizin.at

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