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Radiologie 3. April 2009

Lungenkrebs: Gesundes erhalten

Die Radiofrequenzablation (RFA) gewinnt an Bedeutung.

Lange war die Radiofrequenzablation (RFA) auf die Behandlung kleiner Lebertumore begrenzt. Das Verfahren lässt seine Effektivität inzwischen unter anderem bei der Therapie primärer und sekundärer Lungentumore erkennen. Bei Patienten mit Stadium I bei nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom sind die 5-Jahres-Überlebensraten nach einer RFA zur Behandlung von primärem Lungenkrebs (27 %) eindeutig höher als jene bei konventioneller externer Bestrahlung (13 %), erläuterte Dr. Karin Steinke, Professorin für Radiologie an der University of Queensland School of Medicine, Herson, Australien.

Bei pulmonalen Metastasen bietet die RFA einen erheblichen Vorteil gegenüber dem chirurgischen Eingriff, da sie größere Gebiete von gesundem Lungengewebe erhält und beim Patienten nach dem Eingriff weniger Schaden hinterlässt.

Keine Lunge mehr zum Atmen

„Das Problem bei vielen Metastasen ist, dass der Patient nach wiederholten Resektionen keine Lunge zum Atmen übrig hat. Daher ist es nur logisch, dass RFA zunehmend für die Lunge verwendet wird, da es eine Ablation des Tumors ermöglicht und gesundes Lungengewebe verschont“, wie Steinke sagte. RFA ist auch eine minimalinvasive Option für lokale Tumorbehandlungen. Sie verlängert das Überleben, und bei einer ausgewählten Untergruppe von Patienten mit einer günstigen Histologie und Lage der Läsion kann sie Heilung bieten.

Die RFA ist besonders für jene Patienten relevant, bei denen aufgrund verschiedener Komorbiditäten kein chirurgischer Eingriff durchgeführt wird. Das sind immerhin 15 Prozent mit einem potenziell heilbaren Lungenkrebs im Frühstadium. Diese Zahl steigt auf 30 Prozent bei den über 75-Jährigen.

Leicht erlernbar

Zu guter Letzt ist Radiofrequenzablation auch noch leicht zu erlernen: Sie unterscheidet sich nicht sehr von einer CT-gesteuerten Lungenbiopsie, erklärte Steinke.

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