zur Navigation zum Inhalt
 
Radiologie 3. April 2009

Unerwartete Diagnose

Bestimmte Lungeninfektionen, die sich subtil präsentieren, werden oft übersehen.

Die Zeiten sind vorbei, als Tuberkulose eine der am wenigsten erwarteten Diagnosen bei Infektionen der Lunge war. Lungeninfektionen, verursacht durch nichttuberkulöse Mykobakterien (NTM), stellen das Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. Die Radiologie kann durch Erkennen von frühen Symptomen wesentlich zur Erstellung der Diagnose beitragen – selbst wenn sie unerwartet ist.

NTM-Lungeninfektionen werden oft übersehen, da sie sich klinisch subtil präsentieren, etwa durch leichten chronischen Husten, sind jedoch weit verbreitet. Besonders gefährdet sind Frauen über 50 mit einer Erkrankung im mittleren Lungenlappen und der Lingula. Im Gegensatz zu Tuberkulosefällen müssen Fälle von NTM-ausgelösten Lungeninfektionen den Behörden nicht gemeldet werden. Der Radiologe ist oft der Erste, der diese Erkrankung in Betracht zieht. „Sie sollten sich dieser Möglichkeit bewusst sein“, sagte Prof. Dr. Tomás Franquet aus Barcelona. „Durch NTM verursachte Lungeninfektionen treten weit häufiger auf, als wir Kliniker sie diagnostizieren.“

Ein weiterer Punkt sind AIDS-assoziierte Komplikationen. Da die meisten HIV-Patienten eine antiretrovirale Kombinationstherapie bekommen, haben sich die thorakalen Komplikationen verändert: Statt der Pneumocystis Pneumonia ist jetzt CAP, eine Lungenentzündung durch Pneumokokken, zur häufigsten Ursache von Lungeninfektionen bei AIDS-Patienten geworden.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben