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Foto: Michael Rieger, Wolfgang Voelckel, Medizinische Universität Innsbruck
Multidetektor-CT-Angiographie der unteren Extremität eines Patienten nach Motorradunfall. Die 3D-Darstellung zeigt einen Oberschenkelbruch. Abriss der Oberschenkelarterie infolge der deutlich verlagerten Fragmente (Pfeil).
 
Radiologie 20. März 2009

Zeit ist Leben

„MSCT bedeutet eine Revolution.“

Der Innsbrucker Schockraum-Algorithmus führt zu einer verbesserten Abklärung relevanter Verletzungen.

 

Die Rolle der Radiologie hat im klinischen Management des Traumapatienten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Daher ist im Innsbrucker Schockraum-Algorithmus das interdisziplinäre Team zur Ersterfassung des Verletzungsmusters und der Entscheidung über das weitere therapeutische Vorgehen aus einem Unfallchirurgen, Traumaanästhesisten und Radiologen zusammengesetzt. „Es gilt, die Zeit zwischen Unfallereignis und dem Beginn der ‚Damage Control Surgery’ möglichst kurz zu halten“, beschreibt Dr. Michael Rieger, Univ.-Klinik für Radiodiagnostik in Innsbruck, die kritische Größe. Der Patient wird bis auf wenige Einzelfälle unmittelbar nach Eintreffen im Schockraum mit einem Ganzkörper-Multislice-CT (MSCT) gescannt. Mit Ausnahme des Schädels wird eine kontrastverstärkte MSCT in einem Protokoll durchgeführt, das in einem Untersuchungsgang Organverletzungen, Knochenbrüche sowie Gefäßverletzungen bis in die peripheren Extremitäten und akute Blutungen nachweist. „Der MSCT bedeutet eine Revolution in der Diagnose des mehrfachschwerletzten Patienten“, betonte Rieger. Die strikte Einhaltung des Innsbrucker Schockraum-Algorithmus reduzierte die Zeit zwischen Einlieferung und Erstellung des ersten CT-Bildes bei Patienten mit einem Injury-Severity-Score von 18 oder mehr auf 31 Minuten und die Zeit zwischen MSCT-Bilderstellung und erster Bildevaluation auf 19 Minuten. In der Akutsituation stellt sich, so Rieger, immer das Dilemma zwischen Überbehandlung und unzureichender Behandlung. Da sich das klinische Bild speziell beim Mehrfachschwerverletzten von der tatsächlichen Verletzungsschwere stark unterscheiden kann, bedeutet die rasche Diagnose für den Patienten eine erhöhte Überlebenschance.

Foto: Michael Rieger, Wolfgang Voelckel, Medizinische Universität Innsbruck

Multidetektor-CT-Angiographie der unteren Extremität eines Patienten nach Motorradunfall. Die 3D-Darstellung zeigt einen Oberschenkelbruch. Abriss der Oberschenkelarterie infolge der deutlich verlagerten Fragmente (Pfeil).

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