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Foto: ESR – European Society of Radiology
Abb. 1, links: MR-Bild der Leber einer Ratte mit transplantierten pankreatischen Inseln. Die Inseln wurden vor der Transplantation mit SPIO-Partikeln markiert, damit sie als hypointense Stellen gefunden werden können. rechts: Dasselbe Tier nach intravenö
 
Radiologie 20. März 2009

Der Radiologe als Partner

Schnellere und präzisere Bildgebung verbessert Diagnose und Ergebnis.

Die Radiologie als Partner aller Fachdisziplinen gewinnt nicht nur in der Diagnostik, sondern auch in der Therapie und in der Therapieüberwachung zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle vielfältige Bestandsaufnahme ermöglichte der Europäische Radiologenkongress, der vom 6. bis 10. März in Wien stattfand.

 

Rasch verfügbare und aussagekräftige Entscheidungsgrundlagen – ermöglicht durch die rasante Entwicklung von Technik, aber auch von Kontrastmitteln – bedeuten für den Arzt und vor allem auch für den Patienten einen enormen Zeitgewinn – in vielen Fällen Zeit, die für den weiteren Krankheitsverlauf entscheidend ist.

Molekulare Bildgebung

Die Molekulare Bildgebung stellt eines der großen Hoffnungsgebiete in der Verfeinerung der Diagnostik und der gezielten Therapie dar.

Die Einsatzgebiete reichen dabei von der Überwachung transplantierter Stammzellen bei bestimmten degenerativen Prozessen, was derzeit in vorklinischen Studien erprobt wird, über die Therapiekontrolle mit MRT bis zum Cell-labelling durch magnetisch gekennzeichnete Zellen (Abb. 1). Speziell in der Onkologie setzen die Wissenschaftler große Erwartungen in eine personalisierte Therapie, für die die molekulare Bildgebung einen Faktor – gemeinsam mit Serum Screening und Genomics – darstellt, berichtete Prof. Dr. Olivier Clement vom Hôpital Européen Georges Pompidou in Paris. Die Bildgebung wird im Konzept der „Theranostics“ zunehmend wichtig. Die richtige Dosiseskalation bei der Strahlentherapie, die Bestimmung der Aggressivität des Prostatakarzinoms als Biomarker und die Entwicklung von Impfungen gegen Krebs können mittels Bildgebung auf zellulärer Ebene mit den entsprechenden Kontrastmitteln einen wichtigen Beitrag liefern.

MRT in der fötalen Diagnostik

Die Präzision der MRT-Darstellung wird in ausgewählten Fällen in der pränatalen Diagnostik eingesetzt, wenn der Ultraschall die Fragestellung nicht ausreichend beantworten kann. Der Vorteil der fötalen MRT liegt in der Gesamtdarstellung des Fötus, der einfachen Handhabung und der fehlenden Notwendigkeit für eine Anästhesie beim Kind (Abb. 2). Die ultraschnellen Magnetresonanzgeräte sind in der Lage, trotz Bewegungen von Mutter und Kind exakte Bilder zu liefern, berichtete Prof. Dr. Daniela Prayer, Universitätsklinik für Radiodiagnostik Wien. Beispielsweise lassen sich kongenitale Zwerchfellhernien, die die Entwicklung der Lunge beeinträchtigen, mittels MRT frühzeitig erkennen. Eine intrauterine Behandlung in Form eines vorübergehenden Luftröhrenverschlusses wird damit möglich und die Lunge erhält ausreichend Raum, sich normal zu entwickeln. Ebenso lässt sich eine Ösophagusatresie bereits vor der Geburt mit Sicherheit feststellen, und das chirurgische Team kann eine entsprechende Behandlung unmittelbar nach der Geburt durchführen. Umgekehrt kann mittels MRT eine pathologische Entwicklung ausgeschlossen und die werdende Mutter in Zweifelsfällen über die Gesundheit ihres Kindes beruhigt werden. Während die postnatale MRT mittlerweile ein Routineverfahren in bestimmten Indikationen darstellt, wird dieser Status bei der pränatalen MRT derzeit noch angestrebt, berichtete Prayer.

Foto: ESR – European Society of Radiology

Abb. 1, links: MR-Bild der Leber einer Ratte mit transplantierten pankreatischen Inseln. Die Inseln wurden vor der Transplantation mit SPIO-Partikeln markiert, damit sie als hypointense Stellen gefunden werden können.
rechts: Dasselbe Tier nach intravenöser Gabe von Gd-basiertem Kontrastmittel, wodurch das Lebergewebe erhellt und das Erkennen der Inseln verbessert wird.

Foto: Daniela Prayer, Med. Univ. Wien

Abb. 2: Thick-slab MRI-Bild in der 24. Schwangerschaftswoche. Der ganze Fötus wird gezeigt. Zusätzlich erlaubt die Transparenz, Details des Gehirns und der flüssigkeitsgefüllten Gedärme darzustellen.

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