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Radiologie 28. Juni 2011

Radiologie ist eine Ganzkörperdisziplin

Deutsch-österreichischer Radiologenkongress diskutierte neue Techniken und Qualifikationen

Kaum eine medizinische Disziplin kommt ohne die Erkenntnisse der Radiologie aus. Sie ist in den meisten Fällen fixer Bestandteil in der Diagnostik. Zunehmend gewinnt die Radiologie auch Bedeutung in der Therapiekontrolle und in ihrer interventionellen Form in der Therapie selbst. „Sie ist eine der wenigen medizinischen Fachgebiete, die zurecht als Ganzkörperdisziplin bezeichnet werden kann“, stellte Univ.-Prof. Dr. Walter Hruby, Österreichischer Präsident des sechsten gemeinsamen Deutsch-Österreichischen Röntgenkongresses im vergangenen Mai in Hamburg fest. „Die Radiologie betrachtet die Erkrankung aus einem gesamtheitlichen Blickwinkel. Sie kann die ursprüngliche Diagnose im allgemeinen bestätigen oder ausschließen und beeinflusst die Entscheidung zur Therapie daher ebenso entscheidend wie die Therapie selbst.“ Neben dem inhaltlichen Aspekt stellte die diesjährige Jahrestagung auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit in ihren Fokus und die direkte Verantwortlichkeit des Radiologen für den Patienten.

Unter dem Titel „Radiologie ist Vielfalt“ bildeten die Themen Neuroradiologie, Strahlenschutz, Brustkrebs, Sportmedizin, Gelenkerkrankungen und Tumorablation die inhaltlichen Schwerpunkte. In der Neuroradiologie werden derzeit neue diagnostische Optionen diskutiert, wie die Schlaganfalldiagnostik verbessert werden kann, berichtete Univ.-Prof. Dr. Bernd Hamm als deutscher Präsident des Röntgenkongresses. Präzisere Informationen über die betroffenen Areale und über die Schwere des Schlaganfalls verbessern die Zielgenauigkeit für eine Intervention, um die Funktionen zu erhalten. Im Bereich der Brustkrebsfrüherkennung geht es derzeit darum jene Methode zu finden, die die Röntgenmammographie im Screening ersetzen wird. Mittelfristig verspricht die MRI-Mammographie ohne den Einsatz von Kontrastmitteln eine hoffnungsvolle Alternative zu sein, erklärte Hamm. Die Strahlenbelastung und deren optimale Reduzierung stellen in der Radiologie weiterhin ein brisantes Thema dar. „40 Prozent der Strahlen Belastung wird in der Computertomographie erzeugt“, stellte Hamm fest. Ziel sei es beispielsweise in der kardialen CT die Strahlendosis auf jene eines konventionellen Thoraxröntgens zu reduzieren.

Der Schwerpunkt Sportmedizin trägt der wachsenden Gruppe von Freizeitsportlern Rechnung, die sich hinsichtlich der Intensität und Ziele ihres Trainings bereits in Bereichen des Leistungssports befinden. So zeigen beispielsweise laut Hamm mehrere Studien, dass viele Marathonläufer unerkannte Herzinfarkte erleiden, die jedoch im MRI entdeckt werden können. Eine gezielte medizinische Betreuung kann es diesen Athleten ermöglichen weiterhin ihre Sportart auszuüben. „Die Radiologie kann den Sportler bei der Trainingsanpassung unterstützen, sodass sportliche Aktivität weiterhin möglich ist“, ergänzte Hruby.

Bereits im therapeutischen Feld agiert die Radiologie bei der Tumorablation, die minimal-invasiv und bildgesteuert Tumoren auf der Basis von Hitze, Kälte oder Radiofrequenz zerstört. „Tumorablation erweist sich immer mehr als Therapie der Wahl, wenn ein Tumor nicht chirurgisch entfernt werden kann oder wenn eine Chemotherapie nicht ratsam erscheint“, konstatierte Hamm. Bei all diesen technischen Fortschritten, gelte es, so Hruby, die Fähigkeiten des Radiologen nicht aus den Augen zu verlieren, nur in den Händen des qualifizierten und auf dem neuesten Stand der Ausbildung befindlichen Facharztes für Radiologie können die neuen Methoden den optimalen Nutzen für den Patienten bringen.

Quelle: www.european-hospital.com , Pressetext Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

 

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