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Radiologie 5. Februar 2009

Technische Teamarbeit

Vor allem in der Onkologie verbessert die PET-CT Diagnose, OP-Planung und Therapie.

Die frühere und genauere Erkennung von malignem Gewebe verbessert die Prognose für den Patienten – sie kann zudem unnötige Operationen ersparen. Mit der seit einigen Jahren verfügbaren Kombination aus nuklearmedizinischer und radiologischer Bildgebung in Form der Positronenemissionstomographie und Computertomographie – kurz: PET-CT – ist eine derartig differenzierte Sicht speziell bei onkologischen Erkrankungen möglich.

 

Ein wesentliches Einsatzgebiet der PET-CT ist die Therapiekontrolle. Vorteile und Limitationen der Methode und die Perspektiven des zukünftigen klinischen Stellenwertes sowie aktuelle Leitlinien standen vom 22. bis 24. Jänner im Mittelpunkt der 7. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Nuklearmedizin in Salzburg.

„Die PET-CT stellt einen entscheidenden Fortschritt in der Onkologie dar“, erklärte Prof. Dr. Markus Raderer, Universitätsklinik für Innere Medizin I, MedUni Wien. Im Detail, so Raderer, bestehe der Fortschritt darin, dass man nun bösartige Erkrankungen sowohl hinsichtlich Lage (CT) als auch Funktion (PET) auf einen Blick erfassen könne. Der Chirurg kann einen eventuellen Lymphknotenbefall erkennen und abschätzen, ob eine Operation sinnvoll ist oder Alternativen zum Einsatz kommen. Eine Situation, die vor allem bei Lungenkrebs aufgrund der vorwiegend späten Diagnose häufig auftritt. Allerdings lassen sich mit PET-CT auch im Gegensatz zum Lungenröntgen und der CT alleine gutartige von bösartigen Rundherden eindeutig unterscheiden. Die Treffsicherheit wächst also. Dem Radioonkologen ermöglicht PET-CT die präzise Evaluation des Zielgebiets der Strahlenbehandlung und in der Folge – ebenso wie für die internistischen Onkologen – die Therapiekontrolle.

Kein Gießkannenscreening

Ein generelles Screening für die Gesundenuntersuchung mittels PET-CT sei allerdings, so Raderer, nicht sinnvoll: „CT, MR, PET und Ultraschall werden auch in Zukunft ihre Bedeutung behalten. Weiterhin unverzichtbar wird auch die Gewebebiopsie sein, die uns zeigt, welches Tumorgewebe vorliegt. Letztendlich bleibt der vom Pathologen erstellte histologische Befund der wohl wichtigste Eckpfeiler für die therapeutische Entscheidung.“ Für eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung rechnet man heute mit einem PET- bzw. PET-CT-Gerät pro 500.000 Einwohner, berichtete Prof. Dr. Christian Pirich, Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Allerdings fehle derzeit noch die finanzielle Abgeltung durch die Sozialversicherungsträger.

Kürzlich erschienen die neuen EU-Standards zur Indikationsstellung und Durchführung der Radiojodtherapie in der Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms. Sie besagen, dass nicht nur die Nachsorge, sondern auch die Behandlung unter medikamentöser Zuhilfenahme erfolgen soll: Mit Thyrogen® soll den Patienten der wochenlange Entzug der Schilddrüsenhormone mit allen Folgewirkungen erspart werden, da dieses Medikament eine künstliche – fast nebenwirkungsfreie – Unterfunktion herstellen kann. Seit Anfang 2009 wird die Gabe des Medikaments nun auch deutlich besser refundiert als bisher. „In Österreich wird“, so Becherer, „schon seit einiger Zeit in der Mehrzahl der Zentren die Therapie des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms konform zu diesen Leitlinien durchgeführt.“

Von Dr. Verena Kienast, Ärzte Woche

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