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Radiologie 1. Dezember 2008

Prävention der kontrastmittelinduzierten Nephropathie mit isotonem Natriumbikarbonat: eine Meta-Analyse

HINTERGRUND: Der klinische Nutzen der Hydrierung mit Natiumbikarbonat in der Prävention der kontrastmittelinduzierten Nephropathie ist bislang nicht eindeutig belegt. ZIEL: Diese Meta-Analyse randomisierter klinischer Studien wurde durchgeführt um zu untersuchen, ob eine Hydrierung mit isotonem Natriumbikarbonat einen Vorteil gegenüber der Standardbehandlung mit isotonem Kochsalz zur Prävention der Kontrastmittelnephropathie darstellt. METHODEN: Randomisierte klinische Studien, welche Natriumbikarbonat gegen herkömmliche Hydrierung mit isotonem Kochsalz in Hinblick auf Prävention von kontrastmittelinduzierter Nephropathie vergleichen, wurden mittels multipler Computersuche, bibliographischer Datenbanken, Prüfung von Referenzlisten und manueller Nachforschung identifiziert. Die Hauptaussagen wurden qualitativ ausgewertet. Daten zur Kontrastmittelnephropathie wurden quantitativ analysiert. ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 9 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 2,043 Patienten eingeschlossen. Die gepoolte "Odds-ratio" betrug 0,45 (Konfidenzintervall, 0,26–0,79) und zeigte somit einen signifikanten Behandlungsvorteil von Natriumbikarbonat. Sowohl Heterogenität (p = 0,016) als auch Publikations-Bias (p = 0,012) konnten nachgewiesen werden. Nach Adaptierung für mutmaßlich unveröffentlichte Studien mittels "Trim-and-fill" Analyse, ergab sich eine geschätzte gepoolte "Odds-ratio" von 0,65 (Konfidenzintervall, 0,36–1,20). ZUSAMMENFASSUNG: Diese Meta-Analyse bestätigt die Effektivität von Bikarbonat in der Prävention der kontrastmittelinduzierten Nephropathie. Wegen der Studieninhomogenität und des Publikationsbias sind jedoch weitere klinische Untersuchungen zur Absicherung dieses Ergebnisses erforderlich.

Michael Joannidis, Marianne Schmid, Christian J. Wiedermann, Wiener klinische Wochenschrift

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