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Abb.: Helbich
Unterschiedliche Untersuchungsmodalitäten geben unterschiedliche Informationen.
 
Radiologie 22. April 2010

Brustkrebs früher und genauer erkennen

Fortschritte in der Mammadiagnostik als Schwerpunkt am europäischen Radiologenkongress

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in den westlichen industrialisierten Ländern. Etwa jede achte Frau in Österreich erkrankt daran. Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist in den vergangenen Jahren vor allem aus zwei Gründen deutlich gestiegen: Verbesserte Therapien und die Diagnose in einem früheren Stadium. Die derzeit zur Verfügung stehenden Methoden und der Ausblick auf die künftige Entwicklung bildeten einen Schwerpunkt bei der diesjährigen Tagung der europäischen Gesellschaft für Radiologie Anfang März in Wien.

Die weltweit am häufigsten eingesetzte und breit verfügbare Methode zur Erkennung von Brustkrebs ist nach wie vor die Mammographie. Ergänzt wird sie durch Ultraschall (US) und Magnetresonanztomographie (MRT), wobei letztere nicht zuletzt aus Kostengründen derzeit noch jenen Frauen vorbehalten ist, die zu einer Hochrisikogruppe zählen. In den USA wird neuerding auch die Elastographie als Weiterentwicklung des Ultraschalls und der MRT eingesetzt, die nach dem Prinzip der Palpation die unterschiedliche Dichtheit des Gewebes zur Erkennung nützt.

Dreidimensionales Bild mit digitaler Tomosynthese

Eine weitere neue Methode, von der sich die Radiologen eine zusätzliche Verbesserung der Diagnose erwarten, ist die digitale Tomosynthese der Brust (DBT), die mittels Schichtaufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln der schwenkenden Röhre ein dreidimensionales Bild erzeugt. Ebenso wird die Nuklearmedizin künftig mit Brustspezifischen Gammakameras einen Beitrag in diesem Gebiet liefern, wobei die Experten den jeweils ergänzenden Stellenwert der einzelnen Methoden je nach Fragestellung betonen, nicht zuletzt in der Erfassung des Therapieansprechens. „Mit der Mammographie können wie die Spitze des Eisbergs sehen“, stellte Prof. Thomas Helbich, Univ.-Klinik für Radiodiagnostik der Medizin Universität Wien fest, „mit Ultraschall und noch besser mit MRT können wir den ganzen Berg sehen.“ Um schließlich das Entwicklungsstadium des Tumors erfassen zu können, werden künftig auch die funktionelle und Biomarker-Bildgebung zum Einsatz kommen.

HAMAM ermittelt den optimalen Einsatz der Verfahren

Das große Arsenal an zur Verfügung stehenden Bildgebungsverfahren verlangt für einen effizienten und zielgerichteten Einsatz nicht nur erfahrene Radiologen sondern auch möglichst standardisierte Abläufe und interdisziplinäre Zusammenarbeit. So soll das dreijährige EU-Projekt HAMAM – Highly Accurate Breast Cancer Diagnosis through Integration of Biological Knowledge, Novel Imaging Modalities and Modelling – unter Leitung des Frauenhofer Instituts den optimalen Ablauf für die Bildgebung der weiblichen Brust und im Falle von malignen Läsionen das bestmögliche weitere Vorgehen ermitteln und vorgeben und alle Modalitäten von einer Arbeitsstation aus steuern können.

Große Hoffnung auf molekularer Ebene

Ein zunehmend wichtiger werdender Bereich der Bildgebung im Bereich Mammakarzinom wird sich, so Mathew G. Wallis, Cambridge/UK, mit dem Monitoring der neoadjuvanten Therapie und der molekularen Basis der individuellen Behandlungsplanung beschäftigen. Die MRT mit ihren Möglichkeiten der diffusionsgewichteten Bildgebung und der Spektroskopie ist dabei, aus der Forschung in die Praxis zu gehen. Damit wäre auch, so Wallis, möglich, Patientinnen mit Niedrigrisiko-Erkrankung von jenen mit hohem Risiko zu unterscheiden und unnötige chirurgische Eingriffe zu vermeiden. Hoffnugnsvolle Aussichten, meinen die Experten, die den Forschungsschwerpunkt im präklinischen Feld derzeit vor allem im Bereich der brustspezifischen Gammakamera und der Positronenemissions-Mammographie sehen.

Quelle: ESR/ECR Pressemitteilungen und „Inside today“ vom 6. und 7. März 2010.

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