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Radiologie 9. März 2010

Ich seh, ich seh, was du nicht siehst

Auf dem 22. Europäischen Radiologenkongress tagten vom 4. bis zum 8. März rund 18.000 Radiologen in Wien. Sie widmeten dabei unter anderem der Kinderradiologie, die auch in die kleinsten Patienten Einblick gewährt, besondere Aufmerksamkeit.

Kindgerechtes Arbeiten in der Radiologie bedeutet unter anderem besonderen Strahlenschutz, ein kindergerechtes Untersuchungsumfeld und das Bevorzugen von bildgebenden Verfahren, die ohne Röntgenstrahlen auskommen.

 

Die Kinderradiologie beschäftigt sich mit der speziellen Bildgebung beim Neugeborenen, Säugling, Kleinkind, Schulkind und Jugendlichen. Kinderradiologen erhalten, zusätzlich zu ihrer Ausbildung für diagnostische Radiologie, eine Spezialausbildung in der Kinderradiologie. „In der kinderradiologischen Ausbildung werden die speziellen Untersuchungstechniken bei Krankheitsbildern der verschiedenen Altersgruppen vermittelt“, erklärt Prof. Dr. Klara Vergesslich-Rothschild, seit 1983 Kinderradiologin an der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am AKH Wien.

Spezieller Strahlenschutz

Der wachsende Organismus des Kindes ist gegenüber ionisierenden Strahlen besonders empfindlich. „Die bei der Untersuchung verwendeten Strahlendosen werden so niedrig wie möglich gehalten. ALARA – as low as reasonably achievable – ist das Leitmotiv der Kinderradiologie“, meint Vergesslich-Rothschild. In den letzten Jahren ist es außerdem durch verbesserte Technologie und sogenannte „Bildverstärker“ gelungen, die für die einzelnen Untersuchungen notwendige Strahlendosis nochmals erheblich zu senken.

Untersuchungen mit einer höheren Strahlenexposition, wie etwa die Computertomographie, sind seltenen und ganz bestimmten Fragestellungen vorbehalten, aber durch Anwendung kinderspezifischer Protokolle gelingt es, auch bei diesen Untersuchungen die Strahlendosis zu minimieren.

Kindgerechtes Umfeld

Die Kinderradiologie betreut und untersucht Kinder vom 500 g leichten Frühgeborenen bis hin zum körperlich voll entwickelten Jugendlichen – mit der Aufgabe, auf alle unterschiedlichen Bedürfnisse und Besonderheiten dieser Patienten einzugehen. Dazu gehören eine verständliche Aufklärung der Eltern und Kinder über die Untersuchungsverfahren, eine kinderfreundliche Umgebung (etwa Spielsachen, Wärmelampen etc.), eine möglichst kurze Untersuchungsdauer und ein entsprechender Umgang mit allen Beteiligten durch besonders geschultes Personal.

Vor allem bei Untersuchungen, die keine Bewegungen erlauben, ist der fachgerechte und beruhigende Umgang mit den kleinen Patienten besonders wichtig. Daher können Untersuchungen bei Kindern auch länger dauern als bei einem Erwachsenen.

Ultraschall und MRT bevorzugt

Bevorzugte Methoden in der kinderradiologischen Bildgebung sind Verfahren, die ohne Röntgenstrahlen arbeiten, wie die Sonographie (Ultraschalluntersuchung, US) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Es gibt jedoch auch Fragestellungen, die ohne Röntgenuntersuchungen nicht auskommen. Die Computertomographie (CT) wird nur bei ganz speziellen Indikationen verwendet.

Vergesslich-Rothschild erklärt, dass „die zentrale Rolle bei der Kinderradiologie die Ultraschalluntersuchung spielt, wobei der US des Schädels bei Neugeborenen, der Säuglingshüften, der Nieren und ableitenden Harnwege und des Bauchraumes, sowie die Blutflussmessung eine Domäne der US-Diagnostik darstellen“, und die Untersuchung beliebig oft wiederholt werden kann.

 

Quelle: OTS-Pressemitteilung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie

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