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Cannabis steigert Psychoserisiko

Die bei jüngeren Generationen beliebte Droge birgt größere Risiken für die seelische Gesundheit als bislang angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Universität Bristol. Cannabis ist die am häufigsten verwendete illegale Droge der Industrieländer. Bis zu zwanzig Prozent der jungen Erwachsenen im angelsächsischen Raum konsumieren die Substanz mindestens einmal pro Woche, weitere zwanzig Prozent geben schweren Missbrauch mit bis zu einhundert Konsuma­tionen wöchentlich an.
Die nun vorliegende Metaanalyse von 35 bis zum Jahr 2006 vorliegenden Studien dokumentiert den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum, psychischen Störungen und Psychosen (Lancet 2007;370:319).
Das Ergebnis der Analyse: das Risiko, eine psychotische Erkrankung zu erleiden, ist bei regelmäßig Cannabis konsumierenden Personen um 41 Prozent erhöht gegenüber jenen, die die Droge nie konsumiert haben. Das Psychoserisiko steigt relativ zur Dosis an, intensiv Konsumierende erhöhen ihr Risiko auf mehr als das Doppelte. Depressionen, Selbstmordgedanken und Angstgefühle wurden ebenfalls untersucht. In diesen Bereichen fielen die Ergebnisse jedoch weniger eindeutig aus.
Wie die Autoren berichten, konsumieren nach statistischen Berechnungen bis zu 40 Prozent der jungen Erwachsenen und Jugendlichen im Vereinigten Königreich von Großbritannien regelmäßig Cannabis. Der fortdauernde Konsum der Substanz erhöht nun das Risiko seelischer Erkrankung um 41 Prozent, so dass 14 Prozent der psychotischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen ohne Cannabis gar nicht auftreten würden.
Die Autoren vermerken abschließend, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Symptomen beschrieben zu haben. Und daher fordern sie vermehrte Aufklärung der Öffentlichkeit über das Risiko psychotischer Erkrankungen auf Grund von Cannabiskonsum.

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