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Editorial: Was Hänschen nicht lernt ...

Was Hänschen nicht lernt ...

Was der Umwelt schadet, lernen unsere Kids heute schon in der Volksschule. Zuhause schau’n sie dann den Eltern auf die Finger, ob diese den Müll auch ordentlich trennen, Umwelt schonende Putzmittel verwenden, oder sie fragen nach, ob das dieselbetriebene Auto eh einen Filter eingebaut hat.
Gesundheitserziehung blieb ein fixer Platz in den Lehrplänen bisher allerdings verwehrt. Dieses Erbe gibt die scheidende Bildungsministerin an ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger weiter. Hin und wieder bemühen sich engagierte Lehrkräfte, ihren Schülern gesundheitsbewusstes Verhalten zu vermitteln. Oder die Sprösslinge schau’n sich was von ihren Eltern ab. Das war’s dann aber auch schon.
Was bleibt, ist Eigeninitiative – ein breites Feld. Diesen Freiraum sieht die Psychiatrie als Chance, ihr „verrücktes“ Image gerade zu richten, z.B. mit einem Schülerkongress bei der kommenden Jahrestagung gemäß dem Volkmund: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“
Imageprobleme beklagen die modernen Nachfolger des „Irrenarztes“ allerdings nach wie vor auch in den eigenen Reihen: bei den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fächer. Dennoch blickt die Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie zuversichtlich in die Zukunft. Warum? Das begründet deren Präsident Prof. Dr. Christoph Stuppäck im Interview auf Seite 30.
Für Angststörungen, Sucht-Patienten, bipolare Störungen, Demenzerkrankungen, Schizophrenie etcetera bietet die moderne Psychiatrie ein breites Behandlungs- und Betreuungsspektrum. Doch das Rüstzeug dafür müssen sich viele Fachärzte mühsam erarbeiten. Die ÖGPP setzt deshalb ihre Hoffnungen in eine neue Ausbildungsordnung für das Fach. Darüber hinaus wäre eine Aufwertung der Psychiatrie in der Ausbildung der Allgemeinmediziner wünschenswert.
Im Sinne der Patienten hat der Ausbau der dezentralen Versorgung Priorität. Eine flächendeckende Verfügbarkeit zuständiger Stellen käme vielen Betroffenen entgegen. Dafür wird letztlich auch die neue Regierung Sorge tragen müssen.

Mit diesem Ausblick wünschen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine informative FOKUS-Lektüre.
Herbert Hauser, Chefredakteur und das Redaktionsteam der ÄRZTE WOCHE

Herbert Hauser, Ärzte Woche 27/2002

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