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Therapie depressiver Mütter hilft auch deren Kindern

Werden Frauen erfolgreich antidepressiv behandelt, gehen bei ihren Kindern psychische Störungen zurück. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie mit 114 Mutter-Kind-Paaren hin.

Holt man depressive Mütter erfolgreich aus dem Stimmungstief, profitieren auch ihre Kinder deutlich davon: Auch bei ihnen gehen dann Depressionen, Angststörungen und Verhaltensauffälligkeiten zurück. Diesbezügliche Daten einer US-Studie mit 114 Mutter-Kind-Paaren, bei denen die Mütter aufgrund einer Depression medikamentös behandelt wurden, wurden im JAMA (295, 2006, 1389) publiziert. Mütter und Kinder wurden vor Therapiebeginn und drei Monate danach untersucht; die Ausprägung psychischer Störungen wurde dabei in entsprechenden Skalen dokumentiert. Die Kinder waren zwischen sieben und 17 Jahre alt.

Ergebnisse zur Remission

Das Ergebnis: Insgesamt kam es bei 38 Müttern (33 Prozent) zu einer Remission. Zwölf dieser Mütter hatten Kinder, die zu Beginn der Studie ebenfalls eine psychische Störung hatten. Nach dreimonatiger antidepressiver Therapie der Mütter traf das nur noch für acht Kinder zu. In der Gruppe mit Müttern ohne Remission hatten 25 Kinder zu Beginn der Studie eine psychische Störung, nach drei Monaten waren es 30. Eine erfolgreiche antidepressive Therapie konnte aber auch psychische Störungen verhindern: Bei Müttern ohne Remission kam es bei acht Kindern (17 Prozent) innerhalb der drei Monate erstmals zu einer psychischen Störung. Dagegen waren bei Kindern von Müttern, die zum Studienende keine Depression mehr hatten, keine psychischen Störungen neu aufgetreten. Die Autoren vermuten, dass depressive Väter das Wohlbefinden der Kin-der ähnlich schlecht beeinflussen. Konsequente Therapie der Eltern könne daher Kinder vor psychischen Krankheiten schützen.

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