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Zur Indikationsstellung von psychoanalytischen Behandlungen bei Persönlichkeitsstörungen

ZIEL: Die Studie untersucht die Frage, wie eine Institution der Aufgabe, direkt durch die Krankenkasse vollständig finanzierte Psychoanalyse für Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen zukommen zu lassen, gerecht wird. Der Einfluss von Faktoren wie der Diagnose, der soziodemographischen Merkmale der Patienten und der Motiviertheit des Therapeuten auf die Indikationsstellung wurde evaluiert. MATERIAL UND METHODIK: 38 Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen, die eine institutionelle psychoanalytische Behandlung erhielten, wurden mit 49 Patienten verglichen, die zu niedergelassenen Psychoanalytikern weiter verwiesen wurden (Gruppenvergleich). ERGEBNISSE: Bei der Untersuchung der Inanspruchnahme psychoanalytisch psychotherapeutischer Hilfe bei Persönlichkeitsstörungen in der Institution und der Gegenüberstellung der Daten mit denen einer Vergleichsgruppe zeigten sich bei durchschnittlich gleicher Fallschwere Unterschiede im soziodemographischen Merkmal der Berufstätigkeit und im Bereich in der Komorbidität. Die Therapieempfehlungen sind unabhängig von der Persönlichkeitsstörungsdiagnose des Patienten und von der Motivation des Therapeuten. Die wesentliche Entscheidung für die Indikationsstellung wird in der Ambulanzkonferenz getroffen, indem die Objektbeziehungsqualität und Mentalisierungsfähigkeit reflektiert werden. KONKLUSION: Diejenigen Patienten, die unbewusst ihre "Realität leiden lassen", die vor allem ihre Lebensumstände dazu verwenden, ihr prekäres psychisches Gleichgewicht aufrecht zu halten, erhalten eine institutionelle Psychoanalyse. Für die empirische Darstellung der Evaluation der Objektbeziehungsqualität und Mentalisierungsfähigkeit, die wesentliche Implikationen für die Indikationsstellung zeigten, sollten weitere diagnostische Instrumente erprobt und entwickelt werden.

Hemma Rössler-Schülein, Henriette Löffler-Stastka, Christine Diercks, Elisabeth Skale, Wiener Medizinische Wochenschrift

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