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Ankerbasierte Ermittlung klinisch relevanter Veränderung depressiver Symptomatik am Beispiel der Kurzform der CES-D

Hintergrund und Fragestellung: Die Ausprägung depressiver Symptome wird häufig mit der Kurzform der Center for Epidemiological Studies Depression Scale (CES-D-15) gemessen. Unklar blieb bisher, welche Veränderung in den CES-D-Werten eine klinisch relevante Verbesserung abbilden.

Methodik: 5241 Datensätze von Patienten mit depressiver Symptomatik einer deutschen psychosomatischen Klinik wurden ausgewertet. Die Veränderungen in der CES-D-15-Skala von Aufnahme bis Entlassung wurden mit dem Therapeutenurteil als Anker verglichen. Dessen Kategorien „etwas gebessert“ und „deutlich gebessert“ wurden als Bestimmungsgröße eines klinisch relevanten Unterschieds in den CES-D-Werten definiert. Die Zusammenhänge mit den Ergebnissen in der CES-D-15 wurden durch Mittelwertvergleiche und Analysen von Sensitivität und Spezifität ermittelt.

Ergebnisse: Eine Reduktion um ca. 9 Punkte oder ca. 30 Prozent im CES-D-15 bzw. eine Prä-post-Effektstärke von 0,9 war mit der Einschätzung „etwas gebessert“ assoziiert und entsprach damit dem kleinsten klinisch bedeutsamen Unterschied. Dieses Bild erwies sich auch bei differenzierter Betrachtungsweise über die Variablen Alter, Geschlecht, Schulbildung, Behandlungsart und Hauptdiagnose hinweg als stabil. Bei Fällen mit höheren CES-D-Ausgangswerten waren größere Veränderungen der CES-D-Werte zur Entlassung hin notwendig, um als „etwas“ oder „deutlich gebessert“ eingeschätzt zu werden.

Schlussfolgerungen: Die hier resultierenden ankerbasierten Ergebnisse können als Grenzwerte klinischer Relevanz bei der Veränderung von CES-D-Punktwerten zwischen zwei Messzeitpunkten und damit auch als Indikator für relevante Veränderungen während der stationären Psychotherapie betrachtet werden. Die Angabe des Anteils von Patienten, die ein klinisch relevantes Ergebnis erzielt haben, verbessert die Evaluation von therapeutischen Prozessen. Weitere Untersuchungen in anderen Patientenpopulationen sind notwendig.

Summary

Background and objectives: Depression is frequently measured on the 15 item version of the Center for Epidemiological Studies Depression Scale (CES-D-15). Up to now, there are no data based estimates for minimal clinically important differences (MCID) in depression scales.

Methods: Data on 5241 subjects with depressive symptoms from a German psychosomatic hospital were used. The changes in the CES-D-15 from admission to discharge were compared to the clinically global impression of change (CGIC), i. e., the therapists’ perception. Categories of “slightly improved” and “much improved” were used as indicators of a clinically important difference. The relation between these ratings and the CES-D-15 was explored using mean change scores and sensitivity/specificity analyses.

Results: On average, a reduction of approximately nine points or 30 percent in the CES-D-15 or an individual effect size of 0.9 represented a minimal clinically important difference. A consistent relationship between the changes in the CES-D-15 and the CGIC was demonstrated irrespective of age, gender, education level, type of treatment, or first diagnosis. However, higher baseline scores in CES-D-15 required larger changes of raw values to represent a clinically important difference.

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