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Fehlleistungen als Empathie-Chance – die Gegenläufigkeit von „Projekten“ der Patientin und der Therapeutin

Eine verhaltenstherapeutische Sitzung und ihr Anfang

Das Beispiel der Fehlleistung einer Patientin zu Beginn einer verhaltenstherapeutischen Sitzung wird zum Ausgangspunkt einer Einzelfallstudie genommen. Mit den Mitteln der Konversationsanalyse wird gezeigt, welche Chancen in der Wahrnehmung einer Fehlleistung liegen bzw. umgekehrt, welche verspielt werden. Die ganz restliche Sitzung ist vom Thema der Fehlleistung bestimmt, sie organisiert die Beziehung, das Verständnis des Rahmens und der wechselseitigen Rollen. Die Differenz zwischen dem Persönlichen und der Rolle wird verschoben. Empathie als therapeutische Basiskompetenz muss eine theoretische Stütze haben, sollen Phänomene wie Fehlleistungen nicht ignoriert bleiben. Das Ergebnis dieser Studie an genauen Transkriptionen ist, dass Empathie sich in Konversationen realisieren und bewähren kann, wenn deren Details feinkörnig genug wahrgenommen werden. Empathie ist keine individuelle Kompetenz, sondern realisiert sich in subtilen Kooperationen – oder aber nicht in deren Verweigerung.

Abstract

A patient in a session of behavior therapy commits a Freudian parapraxis relevant for what follows in the session. This is taken as a starting point for a single case conversation analysis (CA). CA is a well known tool in psychotherapy process research. The role of theory as “sensitizing concept” is discussed as relevant for what we see how the therapist responds to the parapraxis. As psychoanalytic authors we got support in our view by Eva-Lotta Brakemeier, full professor for cognitive behavioral therapy at Psychologische Hochschule (PHB), Berlin. Questions of professional integration vs. difference between behavioral therapy and psychoanalysis can be discussed more fertile along such concrete examples.

Marie-Luise Alder, Eva-Lotta Brakemeier, Michael Dittmann, Florian Dreyer, Michael Buchholz, Psychotherapie Forum 1/2016

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