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Psychiatrie und Psychotherapie 22. Dezember 2015

Richard Freiherr v. Krafft-Ebing und Sigmund Freud – Diskurs über die „Normalität“ und „Perversion“ von Sexualität im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert

Sexualität wird mit der Epoche der Aufklärung zu einem zentralen Merkmal der persönlichen Identität des Individuums. Sexualität wird gleichzeitig auch zu einem gesellschaftspolitisch zunehmend bedeutsamen Thema. Es kommt zu einer sukzessiven Verlagerung in der öffentlichen Bewertung von „normaler“ und „devianter“ Sexualität aus der Zuständigkeit von Religion und Kirche hin in jene des medizinischen und etwas später des psychiatrischen Expertentums. Richard Freiherr von Krafft-Ebing und Sigmund Freud nehmen innerhalb dieses Diskurses zur Sexualität (M. Foucault) des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts auf dem Weg zu einer Sexualwissenschaft eine herausragende Position ein. Es werden in diesem übergreifenden Kontext die theoretischen Konzeptualisierungen von Sexualität und Perversion von Krafft-Ebing und Freud in den grundlegenden klinischen und gesellschaftlichen Implikationen dargestellt.

Summary

Sexuality has been defined a central feature of personal identity since the epoch of enlightenment and has gradually become a decisive issue also in societal and political terms. A major transfer from religion and religious institutions to medicine and medical experts and later on to neuropsychiatrists has to be underlined in the primary position to assess “normal” and “deviant” manifestations of sexuality. Richard Freiherr von Krafft-Ebing and Sigmund Freund play an eminent role in this “discourse on sexuality” (M. Foucault) during the nineteenth and beginning twentieth century on the way to modern sexology. Within this overarching context Krafft-Ebing’s and Freud’s theoretical conceptualizations of sexuality and perversion will be sketched and basic clinical and societal implications there out will be discussed.

Univ. Prof. Dr. med. Dr. phil. Hans-Peter Kapfhammer, Neuropsychiatrie 4/2015

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