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Psychiatrie und Psychotherapie 2. September 2015

New concepts for ICD-classification of common mental disorders from the perspective of general medical practice

Background: This study aimed at obtaining views of Austrian general practitioners (GPs) regarding the appropriateness of the proposed new ICD11-PHC classifications ‘anxious depression’, ‘bodily stress syndrome’ and ‘health anxiety’and on the usefulness of their diagnostic criteria in the general medical setting.

Methods: This qualitative study used a focus group method for data collection.

Results: There was general support for the additional new concept of anxious depression. When asked to choose between diagnostic criteria of bodily stress syndrome, that listed somatic symptoms in each of four bodily systems, or to use a simpler definition, most participants favoured the simpler approach. Health anxiety was thought to be a concept that overlapped with bodily stress syndrome, but several participants saw advantages in nevertheless distinguishing the two concepts.

Conclusions: The three new concepts were considered as appropriate and useful for the general medical setting, with a general view supporting the simpler definition of bodily stress syndrome.

Zusammenfassung

Grundlagen: Drei neue diagnostische Konzepte wurden von der Primary Care Consultation Group der WHO zur Aufnahme in die ICD11-PHC vorgeschlagen: „Anxious Depression“, „Bodily Stress Syndrome“ und „Health Anxiety“. Diese Studie hatte zum Ziel, Meinungen österreichischer HausärztInnen bezüglich Geeignetheit der vorgeschlagenen neuen Klassifikationen zu erfragen und die Nützlichkeit der diagnostischen Kriterien für das allgemeinmedizinische Setting zu prüfen.

Methodik: Zur Erhebung der qualitativen Daten wurde in dieser qualitativen Studie die Methode der Fokusgruppe verwendet. Die von der Ärztekammer für Wien abgehaltene Fokusgruppe bestand aus siebzehn HausärztInnen. Die Rekrutierung erfolgte auf Basis einer als Rundschreiben ausgesandten Einladung. Die Fokusgruppe wurde auf der Basis eines informierten Einverständnisses als Audiodatei aufgezeichnet und in englische Sprache transkribiert. Nach einem kurzen Einführungsreferat über die vorgeschlagenen Klassifikationen wurden den TeilnehmerInnen strukturierte Fragen unterbreitet, die mit der Gruppe diskutiert wurden.

Ergebnisse: Das zusätzliche, neue Konzept der „Anxious Depression“ wurde allgemein unterstützt. Die meisten TeilnehmerInnen entschieden sich bei der ihnen freigestellten Auswahl zwischen zwei Varianten der diagnostischen Kriterien für „Bodily Stress Syndrom“ – einer komplexeren, bei der die somatischen Symptome in vier Organsysteme aufgeteilt werden, und einer, bei der alle körperlichen Symptome aus einer einzigen Liste ausgewählt werden – für die einfachere Version. „Health Anxiety“ wurde von den TeilnehmerInnen als eine sich mit „Bodily Stress Syndrome“ überschneidende diagnostische Entität beurteilt, wobei aber einige TeilnehmerInnen trotzdem Vorteile in der Trennung beider Konzepte sahen.

Schlussfolgerungen: Alle drei diagnostischen Konzepte wurden für das primärmedizinische Setting als geeignet und nützlich erachtet, wobei die einfachere Definition des „Bodily Stress Syndroms“ tendenziell bevorzugt wurde.

Dr. Wolfgang Spiegel, Prof. Dr. David Goldberg, Mag. Christine Princz, Paul Fellinger, Wiener Medizinische Wochenschrift 15/16/2015

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