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Vergleich therapeutenspezifischer Wirkfaktoren im psychoanalytischen, psychoanalytisch orientierten und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapieprozess der Depression

Diese Arbeit analysierte die Therapieprozesse sowie die Techniken und Verhaltensweisen der Therapeuten (d. h., „therapeutenspezifische Wirkfaktoren“) von Psychoanalyse, psychoanalytisch orientierter Psychotherapie und kognitiver Verhaltenstherapie. 639 Therapiesitzungen der Münchner Psychotherapiestudie wurden mit dem Psychotherapie-Prozess-Q-Sort (PQS) und der Qualität der Objektbeziehungs-Skala (QORS) analysiert. Anhand der Hauptkomponentenanalyse wurden zwölf PQS-Item-basierte Faktoren gefunden, die 39 % der Varianz erklären (KMO- und Bartlett-Test: ,73; p = ,000). Neutrale vs. supportiv-direktive Haltung, Empathie, einsichtsorientierte Techniken und Arbeit an der therapeutischen Beziehung stellten therapeutenspezifische Wirkfaktoren dar, wobei diese in den Behandlungsmethoden und in den Anfangs-, Mitte- und Endstunden unterschiedlich ausgeprägt vorkamen. Die KVT verwendete neben kognitiv-verhaltenstherapeutischen auch Elemente der psychoanalytischen Technik, d. h. einsichtsorientierte Techniken und die Arbeit an der therapeutischen Beziehung. Die neutrale Haltung war spezifisch für die psychoanalytischen Therapien, nahm jedoch gegen Ende der Therapie ab. In der Gesamtstichprobe zeigte sich kein direkter Zusammenhang zwischen den vier Wirkfaktoren und der Verbesserung des QORS der Patienten. Jedoch profitierten Patienten mit schweren interpersonellen Schwierigkeiten von einsichtsorientierten Techniken und einer supportiv-direktiven Haltung jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Therapie.

Christian Hau, Dorothea Huber, Guenther Klug, Cord Benecke, Henriette Löffler-Stastka, Psychotherapie Forum 1/2/2015

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