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Möglichkeiten der psychosozialen Konsiliarversorgung im Schwerpunktkrankenhaus. Quantitative Leistungsdarstellung und Personalaufwand

Grundlagen: Mit der Integration psychiatrischer Abteilungen in Allgemeinkrankenhäuser gewinnt die konsiliar-psychiatrische Versorgung an Bedeutung, was die derzeit zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen häufig überfordert. Zusätzlich nimmt die Anzahl der Konsilanforderungen sukzessive zu. Am Beispiel der Darstellung des psychosozialen Konsiliar- und Liaisondienstes im Klinikum Wels-Grieskirchen soll gezeigt werden, wie durch einen multiprofessionellen Ansatz eine Versorgung in Annäherung an die von Fachgesellschaften geforderten Zahlen dennoch ermöglicht werden kann.

Methodik: Die Arbeit des Konsiliar- und Liaison-Teams im Klinikum Wels-Grieskirchen soll anhand einer deskriptiven, retrospektiven Auswertung der konsiliarischen Zuweisungen von 2012 und 2013 quantitativ abgebildet werden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse belegen eine sukzessive Zunahme der Zuweisungen, zuletzt um ca. 22 % von 2012 auf 2013. 33,1 % der Begutachtungen erfolgten durch psychiatrische FachärztInnen, hier ist die stärkste Zunahme der Nachfrage zu sehen. Der größte Teil der Begutachtungen mit 39,5 % erfolgt durch die klinische Psychologie, die dabei auch jenen Teil der Begutachtungen übernimmt, der sonst durch den fachärztlichen Dienst erfolgen müsste. Damit werden die, rechnerisch zu erwartenden, Konsiliarbegutachtungen bei 3 % aller Aufnahmen tatsächlich erbracht.

Schlussfolgerung: Die multidisziplinäre Zusammenarbeit der FachärztInnen für Psychiatrie mit einem Team bestehend aus klinischer Psychologie, klinischer Sozialarbeit und psychosomatischer Medizin (Personalstand zwischen 5,11–6,79 Vollzeitäquivalenten) stellt die konsiliarische, psychosoziale Versorgung gemäß der geforderten Richtlinien sicher. Spezialaufgaben und Liaisonversorgung einzelner Abteilungen sind mit diesem Personalstand aber nur sehr eingeschränkt möglich.

Summary

Background: The integration of psychiatric departments in general hospitals lead to an increasing demand of psychiatric consultation, which often overstrains personnel resources of short staffed psychiatric services. To provide consulting service, as it is demanded by guidelines, a multidisciplinary consulting team could be a possible solution.

Methods: A retrospective descriptive analysis of all consultations made by the psychosocial consultation and liaison service at the general hospital Wels-Grieskirchen in the years 2012 and 2013.

Results: There was an increase in referrals overall of 22 % from 2012 to 2013. The largest increase was observed in the group of psychiatrists, who carried out 33.1 % of all consultations. Most consultations, 39.5 %, were done by the group of clinical psychologists, partly substituting medical attendance. Taking together both occupational groups, the expected number of consultations of at least 3 % of all admissions could be achieved.

Conclusion: A multidisciplinary consulting team consisting of psychiatrists, psychologists, psychosomatic physicians and social workers staffed with 5.11–6.79 full-time personnel is able to provide psychosocial consultation service at a quantitative level required by international guidelines.

Elmar Windhager, Katharina Thaler, Wilia Vasiliki Selberis-Vahl, Petra Friedl-Wörgetter, Isabella Windhager, Katharina Zauner, Neuropsychiatrie 2/2015

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