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Psychiatric illness and length of stay in general hospitals: do case finding methods matter?

Objective: Several prior studies have investigated whether patients with “non-cognitive” mental disorders (i.e., organic disorders, substance abuse, delirium, and psychotic disorders excluded) have longer Length Of Stay (LOS) than mentally healthy individuals in nonpsychiatric hospital settings. These studies yielded contrasting results. The present paper aims to examine whether methods of psychiatric case finding can explain these differences.

Methods: Using the Clinical Interview Schedule (CIS) and the General Health Questionnaire (GHQ), 462 in-patients of medical, surgical, gynecological, and rehabilitation departments were assessed for the presence of psychiatric disorders.

Results: In multiple regression analysis, all CIS-cases together did not show an association with LOS. Of the diagnostic groups assessed by CIS only major depression showed a significantly prolonged LOS. Using the GHQ sum-score as a continuous variable, LOS was significantly increased while using the GHQ as a dichotomous variable did not show such an association. After removing those suffering from multiple psychiatric diagnoses (such as major depression co-morbid with organic mental illness), none of the case definitions showed a significant association with LOS.

Conclusions: It seems that different case finding methods yield different results concerning the association of psychiatric disorders with LOS. When interpreting these results the small size of some subsamples must be taken into consideration.

Zusammenfassung

Ziel: Die Frage, ob Patienten von nicht-psychiatrischen Krankenhausabteilungen, die unter “nicht-kognitiven” psychischen Erkrankungen leiden, einen längeren Krankenhausaufenthalt als psychisch Gesunde haben, wurde mehrfach untersucht. Die Studien lieferten aber widersprüchliche Ergebnisse. Die vorliegende Auswertung geht der Frage nach, ob verschiedene Methoden der Fallfindung die unterschiedlichen Ergebnisse verursachen.

Methodik: Die Clinical Interview Schedule (CIS) und der General Health Questionnaire (GHQ) wurden bei 462 stationären Patienten von internen, chirurgischen, gynäkologischen und somatisch-rehabilitativen Abteilungen verwendet, um das Vorhandensein von psychischen Krankheiten zu erfassen.

Ergebnisse: Alle CIS-Fälle zusammen zeigten in multiplen Regressionsanalysen keinen signifikanten Zusammenhang mit der Aufenthaltsdauer. Von allen diagnostischen Kategorien, die mittels CIS erfasst wurden, zeigte ausschließlich die Major Depression eine signifikant verlängerte Aufenthaltsdauer. Wenn der GHQ-Summenscore als kontinuierliche Variable verwendet wurde, zeigte sich ein signifikant positiver Zusammenhang mit der Aufenthaltsdauer. Wenn der GHQ aber dichotomisiert verwendet wurde, konnte ein solcher Zusammenhang nicht gefunden werden. Wenn Patienten mit multiplen psychiatrischen Diagnosen (beispielweise Depression plus psycho-organische Erkrankung) ausgeschlossen wurden, verschwanden alle Zusammenhänge mit der Aufenthaltsdauer, unabhängig von der verwendeten Falldefinition.

Schlussfolgerungen: Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass unterschiedliche Methoden der psychiatrischen Fallfindung die statistischen Zusammenhänge mit der Aufenthaltsdauer beeinflussen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass manche Teilstichproben in den vorliegenden Auswertungen relativ klein waren.

Dr. Marion Freidl, Norbert Benda, Fabian Friedrich, Neuropsychiatrie 2/2015

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