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Somatische Komorbidität im stationär psychiatrischen Bereich – eine Analyse administrativer Daten

Anliegen: Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Auswertung der Häufigkeiten somatischer Diagnosen bei Patienten an psychiatrischen Krankenhausabteilungen.

Methode: Die verwendeten teil-aggregierten administrativen Daten stammen aus der Diagnosen- und Leistungsdokumentation der österreichischen Krankenanstalten. Die psychiatrischen und somatischen Haupt- und Nebendiagnosen aller psychiatrischen Krankenhausabteilungen Österreichs für das Jahr 2007 wurden verwendet.

Ergebnisse: Von 79.027 Aufnahmen wurden 75.224 mit einer psychiatrischen und 3803 mit einer somatischen Hauptdiagnose entlassen. Erkrankungen des Kreislaufsystems (20 %) waren die häufigste somatische Diagnose, gefolgt von Erkrankungen aus dem endokrinen Bereich bzw. Krankheiten des Ernährungs- und Stoffwechsels (16,4 %) sowie Erkrankungen aus dem neurologischen Formenkreis (14,4 %). Bei den Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis finden sich am häufigsten endokrine Erkrankungen bzw. Störungen im Bereich Ernährung und Stoffwechsel. Bei den affektiven Störungen stellen Erkrankungen des Kreislaufsystems die häufigste körperliche Erkrankung dar, wobei auch Krankheiten des endokrinen Systems bzw. Erkrankungen des Stoffwechsels häufig zu finden sind.

Schlussfolgerungen: Somatische Diagnosen sind an psychiatrischen Krankenhausabteilungen sehr häufig. Screening-Programme bzw. spezialisierte Präventionsprogramme sind zu überlegen.

Summary

Purpose: This study intended to analyze the prevalence of physical diagnoses at psychiatric inpatient hospital wards.

Methods: For this purpose we used partially aggregated administrative data from routine diagnostic documentation of Austrian hospitals. All psychiatric and physical main and secondary diagnoses according to ICD-10 of all psychiatric inpatient units in Austria of the years 2007 were used.

Results: Of 79,027 psychiatric hospital admissions 75,224 received a psychiatric and 3803 a somatic main diagnosis at discharge. Diseases of the vascular system (20 %) were the most frequent somatic diagnoses, followed by endocrine and metabolic diseases (16.4 %) and neurological diseases (14.4 %). Among patients suffering from schizophrenia, the most frequent physical diagnoses were endocrine and metabolic diseases. Among those with affective disorders, vascular diseases as well as endocrine and metabolic diseases were found most often.

Conclusions: Physical diagnoses are very common among psychiatric inpatients. Mass screening and specialized prevention programs should be evaluated regarding their effectiveness for this population.

Dr. Fabian Friedrich, Zsuzsa Litvan, Marion Freidl, Neuropsychiatrie 2/2015

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