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Herz-Kreislaufrisiko bei Schizophrenen erhöht

Mit wenigen einfachen Schritten kann die Lebensführung psychisch kranker Menschen entscheidend verbessert und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen stark vermindert werden.

Die Lebenserwartung von Schizophrenie-Patienten ist geringer als jene von gesunden Menschen. Das liegt nicht in erster Linie an ihrer Erkrankung, sondern es sind vielmehr die Begleiterscheinungen, die zu einem stark erhöhten Herz-Kreislaufrisiko führen.

"um sich kümmern"

Das ist leicht nachvollziehbar, da es schon für gesunde Menschen schwierig ist, ihren Lebenstil zu verändern und "ungesunde Lebensgewohnheiten" abzulegen. Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, können sich oft nicht in dieser Form "um sich kümmern": Sie rauchen, weil sie sich dann subjektiv besser fühlen und ernähren sich ungesund, weil oft schon der Gang zum Supermarkt ein Problem darstellt.
Prof. Dr. Heinz Katschnig, Vorstand der Univ.-Klinik für Psychiatrie am AKH Wien: "Es ist verständlich, dass in Krisenzeiten viele Menschen dazu neigen, ihr Wohlbefinden auf diese Art wiederherzustellen."

Jetzt liegt eine Broschüre vor, die erstmals speziell Menschen, die an einer psychischen Erkrankung, vor allem an Schizophrenie leiden, einige leicht nachvollziehbare Tipps für eine gesünderen Lebensweise geben soll: Sie verbietet weder Kaffee noch Schokolade, zeigt aber anhand einfacher Mechanismen, wie der Lebensstil verbessert werden kann.
Es soll nicht mit erhobenem Zeigefinger festgestellt werden - "du machst alles falsch und wir zeigen dir jetzt, wie es richtig geht" - , sondern vielmehr eine Anregung für die Verbesserung der persönlichen Lebensführung gegeben werden.

Den Mittelpunkt der Broschüre bildet die sogenannte Ernährungspyramide. Diese erläutert deutlich, welche Lebensmittel besonders häufig, welche selten bis gar nicht zu sich genommen werden sollten.
Katschnig erklärt: "Es geht darum, dass man sich nicht nur heute, sondern auch morgen noch wohlfühlt. Und ,Wohlfühlen? bedeutet wesentlich mehr als die Abwesenheit körperlicher Beschwerden."

Bewegung im Alltag

So werden neben einer gesunden Ernährung auch einfach nachzuvollziehbare Vorschläge zum Thema Bewegung geliefert: Es geht nicht darum, jeden Tag 20 km zu joggen, oder ein Tennisass zu werden. Vielmehr sollte versucht werden, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Das kann ein täglicher Spaziergang in flottem Tempo ebenso sein, wie ein wöchentliches Fussballmatch mit FreundInnen, eine Radtour oder die Bewältigung des täglichen Arbeitsweges zu Fuß.
Herausgegeben wurde die Broschüre "Dem Körper zuliebe" vom Pharmaunternehmen Eli Lilly GmbH, das sich seit 125 Jahren der Erforschung von Medikamenten zur Behandlung von psychischen Erkrankungen widmet.

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