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Schizophrenie erträglicher machen

Durch die Einführung der atypischen Antipsychotika hat die Schizophrenietherapie einen deutlichen Fortschritt erfahren. Allerdings nimmt ein hoher Prozentsatz der Patienten die Medikamente nicht regelmäßig ein.

Placebokontrollierte Studie

Diesem Problem kann seit kurzem durch die Gabe eines atypischen Antipsychotikums mit Depotwirkung begegnet werden. Es handelt sich dabei um eine Risperidon-Formulierung, bei der die Wirksubstanz in biologisch abbaubare Partikel eingeschlossen ist. Die so genannten Microspheres zersetzen sich langsam und geben den Wirkstoff frei. Risperdal Consta® ist das bisher einzige Depotpräparat eines Antipsychotikums der neuen Generation.

Eine aktuelle placebokontrollierte Studie über die Wirkung von Risperdal Consta® auf die Lebensqualität von Patienten mit schizophrener Erkrankung wurde Anfang dieser Woche von Prof. Dr. Henry Nasrallah, University of Mississippi, auf dem 15. Kongress des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) in Barcelona vorgestellt. Nasrallah: "Wir erfragten von insgesamt 282 Personen acht Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, darunter körperliche und soziale Funktionsfähigkeit, Vitalität und psychisches Wohlbefinden. Nach einer Behandlungsdauer von 12 Wochen gaben die mit dem neuen Medikament therapierten Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität an. Diese entsprach dadurch annähernd derjenigen von gesunden Personen."Hingegen war in der Placebogruppe in sieben von acht Bereichen keine Zunahme der gesundheitsbezogenen Lebensqualität feststellbar.

Patienten profitieren im Alltag

"Die Ergebnisse der Studie stellen zweifellos ?good news? dar", so der Experte. "Sie belegen, dass Patienten mit schizophrenen Erkrankungen in ihrem Alltagsleben von dem neuen Medikament profitieren." Patienten, die bisher mit klassischen Depot-Neuroleptika therapiert wurden, können laut Dr. Pierre Chue, University of Alberta, Edmonton, problemlos auf Risperdal Consta® umgestellt werden. Eine von uns an 166 Personen durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass in den meisten Fällen die intramuskuläre Gabe von 25 mg Risperidon einmal alle zwei Wochen einfach die Injektion des alten Depotpräparates ersetzt", sagte Chue auf dem Kongress des European College of Neuropsychopharmacology.

Nebenwirkungen seltener

Die Nebenwirkungen von Risperdal Consta® entsprechen im Wesentlichen denen des oral verabreichten Präparates. In der empfohlenen Dosierung von 25 mg ist die Häufigkeit extrapyramidaler Symptome dabei mit derjenigen in einer Placebogruppe vergleichbar. Weiters werden von nur rund zwei Prozent der Patienten Schmerzen im Bereich der Injektionsstelle angegeben. Dies ist ein im Vergleich zu klassischen Depot-Neuroleptika niedriger Prozentsatz. 

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