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Klares Votum für atypisches Antipsychotikum

Das atypische Antipsychotikum Olanzapin ist wieder verstärkt in den Mittelpunkt des klinischen Interesses gerückt. Neueste Studien, die auf dem 155. Kongress der American Psychiatric Association (APA) in Philadelphia präsentiert wurden, belegen, dass Olanzapin auch für die Akuttherapie der Schizophrenie geeignet ist. 39 Prozent von befragten Psychiatern gaben an, bei den bisherigen Behandlungsmethoden für akute Agitation vor allem extrapyramidale Störungen (EPS) befürchtet zu haben (ICM Research, Treating Acute Psychotic Illness - the Psychiatrists Perspective, a survey of psychiatrists attenting the 11. Biennal Winter Workshop on Schizophrenia, 24 February 2002, Davos, Switzerland). Denn diese Nebenwirkungen konventioneller Neuroleptika waren so massiv, dass viele Patienten die Medikamente nicht regelmäßig einnehmen wollten und die Therapie frühzeitig abbrachen.

Weniger Nebenwirkungen

Prof. Victor Jean Tignol von der Victor Segalen University in Bordeaux, Frankreich: "Ärzte müssten die Medikation erhöhen, um Agitation wirksam kontrollieren zu können, jedoch sind sie in ihren Behandlungsmöglichkeiten aufgrund der Nebenwirkungen stark eingeschränkt." Das atypische Antipsychotikum Olanzapin weist diese Nebenwirkungen nicht bzw. in einem viel geringeren Maß auf. Olanzapin steht als rasch lösliche Schmelztablette zur Verfügung, die auch beim agitierten Patienten einsetzbar ist und somit die Therapie in Akutsituationen maßgeblich erleichtert. Die Substanz bessert sowohl die Positiv- als auch die Negativ-Symtomatik, extrapyramidal-motorische Störungen treten kaum bis gar nicht auf. "Ziel der Akuttherapie agitierter Patienten ist zweifellos eine schnelle, verlässliche Behandlung", betonte Dr. Robert Baker, Senior Clinical Research Physician beim US-Pharmakonzern Eli Lilly.

Neue Doppelblindstudie

Eine neue Doppelblindstudie zeigte, dass unter Olanzapintherapie bei agitierten Patienten signifikant weniger Psychosesymptome zu beobachten waren (Effectiveness of Rapid Initial Dose Excalation of Oral Olanzapine for Acute Agitation, Baker, R et al, presented at the 155. Annual Meeting of the American Psychiatric Association, Philadelphia, USA, 29 May 2002). Die Substanz kann sowohl in der Akutphase als auch in der Langzeitprophylaxe sicher und gut wirksam eingesetzt werden, sodass wesentlich mehr Patienten als früher in ihrer gewohnten Lebensumgebung ein befriedigendes Leben führen können.

Prof. Heinz Katschnig, Vorstand der Univ.- Klinik für Psychiatrie am AKH, Wien fasst zusammen: "Die Studie zeigt, dass Olanzapin die Symptome bei agitierten Patienten erheblich reduzieren kann. Starke Nebenwirkungen müssen nicht mehr in Kauf genommen werden. Wir als Kliniker schätzen besonders, dass dadurch die Akzeptanz der antipsychotischen Akuttherapie größer wird und so eine bessere Basis für eine Langzeitbehandlung entsteht."

Als unerwünschte Wirkung von atypischen Antipsychotika einschließlich Olanzapin können bei einem Teil der Patienten Gewichtszunahmen auftreten. "Der Gewichtszunahme entgegenzusteuern, ist eine große Herausforderung, speziell für Menschen mit schweren und anhaltenden Psychosen", sagt Dr. Franca Centorrino, Mc Lean Hospital, Harvard Medical School. "Da wir unser Programm spezifisch nach den Bedürfnissen der Patienten ausrichten, konnten wir erkennen, dass mit der geeigneten Beratung das Problem der Gewichtszunahme in den Griff zu bekomen ist.? 

98 Prozent der Patienten fühlen sich allgemein wohler, essen nun viel gesünder, trainieren, haben zusätzlich bessere Wege gefunden, um mit Stress umzugehen, und würden das Programm sogar Freunden weiterempfehlen, zeigte eine Umfrage. Tignol ist überzeugt: "Der Schizophrenie mit angemessener Medikation verlässlich entgegenzuwirken, sollte sowohl für Psychiater als auch für Patienten erste Priorität sein. Wenn einmal die Symptome der Patienten unter Kontrolle gebracht wurden, können diese beginnen, einfache Veränderungen in ihrem Lebensstil vorzunehmen."

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