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Zwei Fragen spüren depressive Patienten auf

Mit nur zwei kurzen Fragen wurden über 400 Patienten auf Depression untersucht. Ein positives Ergebnis rechtfertigt die Durchführung einer genauen Depressionsdiagnostik.

Zwei kurze Fragen nach Frust und Freude im vergangenen Monat reichen aus, um sicher zu gehen, bei einer Patienten-Anamnese keine Depression zu übersehen. Dass dieses zeitsparende Screening in der Praxis funktioniert, belegt eine Studie mit 421 Patienten. Haben Sie sich im vergangenen Monat down, depressiv oder hoffnungslos gefühlt? Haben Sie im vergangenen Monat wenig Freude und Interesse an Dingen verspürt? Mit diesen beiden Fragen können diejenigen Patienten sicher und schnell identifiziert werden, bei denen weiter nach einer Depression geforscht werden sollte. Da Zeit bekanntlich Geld ist, ist es dringend nötig, einfache, schnelle und natürlich auch sichere Screening-Methoden im Praxisalltag an der Hand zu haben. Und solch ein Screening scheinen die in die Anamnese eingeflochtenen Fragen nach der Stimmung bei der Depressionsdiagnostik zu sein. In der Studie wurde von 421 Patienten nur einer mit einer Depression übersehen. Doch ist dieses zeitsparende Vorgehen auch treffsicher? Ja, meinen Dr. Bruce Arroll und seine Kollegen von der University of Auckland in Neuseeland. Um das zu belegen, wählten die Forscher 15 Allgemeinarztpraxen aus. Diese Ärzte stellten ihren Patienten die beiden Fragen während der normalen Anamnesen, wer Psychopharmaka einnahm, wurde von der Screening-Methode ausgeschlossen. Anschließend beantworteten die Patienten einen international validierten, computergestützten Fragebogen zur Depressionsdiagnostik. Das Zwei-Fragen-Screening wurde bei 157 Patienten positiv (beide Fragen mit „Ja“ beantwortet) und bei 264 Patienten negativ gewertet. Von den negativ ausgewerteten Patienten wurde mit den Ergebnissen des Fragebogens bei einem Patienten eine Depression festgestellt. Als falsch positiv, also keine Depression trotz positivem Screening, wurden 129 Patienten bewertet. Die Sensitivität betrug 97, die Spezifität 67 Prozent.

MedAustria, Ärzte Woche 1/2004

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