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Klinische Bindungsforschung mit dem Adult Attachment Projective Picture System: Methodik, klinische Anwendung und Perspektiven

Das Adult Attachment Projective Picture System (AAP) ist ein valides, reliables Instrument zur Erfassung der Bindungsrepräsentation bei Erwachsenen. Es sind bereits vielfältige klinische und neurobiologische Studien mit diesem Instrument durchgeführt worden, die in dieser Übersicht zusammengefasst werden. Wir berichten anhand von Fallbeispielen störungsspezifische Charakteristika anhand von AAP-Narrativen von Patienten. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im klinischen Kontext das AAP bei verschiedenen Störungsbildern auch im Rahmen von Psychotherapieforschung valide einsetzbar ist. Die ökonomische Durchführung des AAP eignet sich sehr gut dazu, das AAP auch in der klinischen Routine einzusetzen. Dieses Instrument kann auch für den Jugendbereich angewandt werden. Noch gibt es wenige Untersuchungen mit diesen Methoden zur Veränderbarkeit von Bindung durch Psychotherapie. Wir berichten über die Ergebnisse einer Psychoanalyse-Studie, bei der erstmals bei chronisch depressiven Patienten neben der symptomatischen Veränderung die signifikante Veränderung von unverarbeiteten Traumata nach 15 Monaten psychoanalytischer Behandlung sowie neuronale Veränderungen in depressionsrelevanten Arealen festgestellt wurden. Dazu wurde ein fMRT-Paradigma mit dem AAP eingesetzt. Die jeweils modifizierte Anwendung des AAP im neurowissenschaftlichen Kontext eröffnet neue Möglichkeiten für die experimentelle Untersuchung neuronaler Korrelate von Bindungsmustern bei Gesunden und Patienten. Befunde zu neuronalen Korrelaten von Bindungstraumata bei Borderline-Patientinnen untermauern einen klinisch relevanten Aspekt des Verlassenwerdens und Alleinseins bei dieser Patientengruppe.

Abstract

The Adult Attachment Projective Picture System (AAP) is an established, reliable and valid representational measure of attachment for adults. In this review we report on several studies using the AAP in the clinical and neurobiological context. Moreover we demonstrate some disorder specific characteristics in patients with different disorders in their AAP narratives. In sum the AAP is valid for assessing attachment representations in several clinical disorders in the context of psychotherapy research. The economic administration allows to apply the AAP also in the clinical routine. This measure can also be administered in adolescent participants. There are only a small number of studies examining the change of attachment status during psychotherapy. We report on a study in depressed patients and their significant change from disorganized to organized attachment representations after 15 months of psychoanalytic treatment. This study identified neural changes in patients using an adapted AAP-fMRI paradigm to assess their improvement on a neural level. The feasibility of the AAP in an fMRI environment opens new possibilities to examine neural correlates of attachment. An fMRI study on Borderline patients with attachment trauma revealed clinically relevant results, concerning the patients’ intolerance of aloneness.

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