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Neuro-Linguistisches Programmieren (NLPt)

Anlässlich der Buchpräsentation "NLPTt, Theorie und Praxis der Neuro-Linguistischen Psychotherapie" durch die Hauptvertreter des ÖTZ-NLPt (Österreichisches Trainingszentrum für Neurolinguistisches Programmieren) wurde auch über die Akzeptanz dieser immer wieder umstrittenen Psychotherapiemethode berichtet. Dr. Helmut Jelem, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Leiter einer psychiatrischen Rehabilitationsstation und Präsident der European Association for NLPTt, praktiziert seit mehr als 30 Jahren NLPt. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die Krisenintervention ebenso wie die Arbeit mit psychotischen Patienten und Menschen mit Persönlichkeitsstörungen.

Anrechenbare Weiterbildung

"Europaweit hat NLPt ihren Platz neben weit verbreiteten Methoden wie etwa Gestalt- und Systemischer Therapie oder den analytischen Richtungen", meint Jelem. "In Österreich ist NLPt mittlerweile als eigenständige Methode akzeptiert, unser Institut bietet auch das Propädeutikum an. Die Anerkennung als fachspezifische Methode ist noch nicht erreicht, als Weiterbildung wird NLPTt jedoch schon angerechnet. Ein diesbezüglicher Antrag ist gestellt, und wir sind nach der letzten Sitzung zu diesem Thema überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen werden." Derzeit gibt es in Österreich etwa 5.500 eingetragene Psychotherapeuten, davon wenden zehn bis fünfzehn Prozent NLPt in ihrer therapeutischen Arbeit an.
Die Einsatzmöglichkeiten von NLPt sind sehr breit gestreut, denn die Ansatzpunkte sind vielfältig:

  • Fähigkeits- und Ressourcenorientierung
  • Dilemma = Lösungsversuch: In jedem Problem sind schon Lösungsversuche enthalten
  • Strukturelles Arbeiten - Stichwort "empowerment"
  • gefördert wird die Selbständigkeit, auf der Prozessebene ist die zentrale Frage "WIE": Wie denkt und entscheidet der Einzelne, aus den daraus gezogenen Kenntnissen und Erkenntnissen passiert weiteres Lernen.

Kein Ersatz für Psychotherapie

Die Arbeit mit NLPt versteht sich als kokreativer Prozess mit einer klaren Zukunftsorientierung. Der Geschäftsführer des ÖTZ-NLPt, Mag. Peter Schütz, weist in seinem Beitrag ausdrücklich darauf hin, dass NLPt-Kurse, die in unterschiedlicher Dauer, Intensität und auch Qualität von mehreren Vereinen österreichweit angeboten werden, keinesfalls eine Psychotherapie ersetzen. NLPt arbeitet zumeist, entgegen häufig falscher Annahmen, nicht nur mit Oberflächenstrukturen der Gedanken, Formulierungen und den sozialen Rollen des Menschen, sondern immer auch mit der Tiefenstruktur der Gefühle, Glaubenssätzen und der Psyche des Menschen.

Profunde Ausbildung  ist Voraussetzung

Eine der Grundlagen des NLPt ist es, das Positive herauszustreichen und nichts zu unternehmen, was von anderen Personen als abwertend oder kränkend erlebt werden könnte. Diese einfühlsame Arbeitsmethode wiederum setzt eine entsprechend profunde Ausbildung als auch persönliche Reife des Therapeuten  voraus. Aus diesem Grund ist es auch wünschenswert, dass durchgehend hohe Ausbildungsstandards, nach  erfolgter Formulierung, in weiterer Folge auch eingehalten werden. Prof. Dr. Alfred Pritz, Präsident des Weltverbandes für Psychotherapie, sieht in NLPt und dem eben erschienen Buch eine große Herausforderung sowie eine Bereicherung der österreichischen Psychotherapielandschaft.

Dr. Maria Radlspöck, Ärzte Woche 3/2002

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