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Pflanzliches Anxiolytikum bewährt bei Angststörungen

Bei Generalisierter Angststörung ist das pflanzliche Anxiolytikum Kava-Kava den synthetischen Standardtherapeutika Opipramol und Buspiron therapeutisch ebenbürtig. Dies hat die erste randomisierte und referenzkontrollierte Doppel- blindstudie, in die ausschließlich Patienten mit Generalisierter Angststörung aufgenommen wurden, ergeben.

Symptomreduktion auf der Hamilton-Angstskala

An der achtwöchigen, dreiarmigen, multizentrischen Untersuchung nahmen insgesamt 127 Patienten zwischen 20 und 65 Jahren mit der ICD-10-Diagnose einer Generalisierten Angststörung teil, wie Dr. Dr. Reinhard J. Boerner von der Angstambulanz der Psychiatrischen Klinik der LMU München berichtete. Die Patienten waren im Mittel seit 40 Monaten krank, 62 Prozent waren nicht vorbehandelt. Die Patienten erhielten randomisiert über die gesamte Studiendauer täglich entweder 120 mg Kava-Kava-Extrakt, 100 mg Opipramol oder 10 mg Buspiron. Hauptzielgröße war die Veränderung auf der Hamilton-Angstskala (HAMA), ergänzt durch das von Boerner entwickelte symptomspezifischere AMDP-Angstmodul und durch die Boerner-Angstskala.

Nach acht Wochen war bei etwa 75 Prozent aller Patienten - ohne signifikante Unterschiede zwischen den Therapieregimes - eine Abnahme auf £ 9 HAMA- Punkte oder auf £ 50 des Ausgangswerts zu verzeichnen. Der HAMA-Gesamtscore fiel, korrespondierend zu den Subscores, in allen drei Gruppen von 20 bis 25 auf Werte um 5 ab. Der AMDP-Summenscore in allen drei Gruppen sank von etwa 20 vor Therapie auf Werte um 5 bis 10 ab. Ebenfalls um jeweils knapp 60 Prozent reduziert war die Intensität von Ängstlichkeit, Besorgtheit, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen, den Kernsymptomen des von Boerner definierten "Angst-Basissyndroms".

Verbesserung der Lebensqualität

Klinisch signifikant gebessert wurden in allen drei Gruppen auch die Nebenzielparameter, zu denen der Fragebogen Alltagsleben und die Befindlichkeitsskala gehörten. Eine Verbesserung war auch bei der Schlafqualität festzustellen. Alle drei Prüfmedikationen besserten die Lebensqualität deutlich. Umgekehrt waren in allen Gruppen nach der Therapie die soziale Kompetenz und das subjektiv erlebte Befinden deutlich verbessert und der in der CGI-Skala (Clinical Global Impression) ermittelte Anteil nahezu gesunder Patienten deutlich erhöht, berichtete Boerner.

Unerwünschte Wirkungen, deren Zusammenhang mit der Prüfmedikation als "wahrscheinlich" eingestuft wurde, waren nur bei drei Patienten unter Buspiron zu verzeichnen. Jeweils 85 Prozent der Ärzte und Patienten beurteilten die Verträglichkeit des Kava-Kava-Extraktes (Laitan®) als sehr gut bis gut û für Boerner entscheidende Voraussetzung für die Compliance der Patienten, die in dieser Studie bei mehr als 90 Prozent der Patienten gut war. Damit sieht er die Eignung des Phytotherapeutikums bei Generalisierter Angst, aber auch bei den Symptomen des Angst-Basis syndroms als bestätigt an.

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